Bayern will Spezial-Klassen für Zuwanderer-Kinder – das steckt dahinter

Susanne Klaiber
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Bayerns neuer Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will Deutschklassen mit Sprach-und Werteunterricht für Kinder aus Zuwandererfamilien einführen. Kritiker sind skeptisch. Die Diskussion zeigt, woran es derzeit in Bayerns Politik krankt.

Die Diskussion über die Deutschklassen auf den Punkt gebracht.

Das plant Söder:

► Söder hatte am in der “Bild am Sonntag” kleine Ganztagsklassen angekündigt, in der Kinder Sprache und Werte lernen sollen, bevor sie Regelklassen besuchen.

► Söder betonte: “Jeder, der zu uns kommt, muss sich unseren Werten, Sitten und Gebräuchen anpassen und nicht umgekehrt. Bayern ist christlich-abendländisch geprägt mit jüdischen und humanistischen Wurzeln.“

Das sagen Politiker und Experten:

► Kritiker fürchten, dass die Kinder dann zu spät in Regelklassen kommen. Bayerns Lehrerverband BLLV kritisiert etwa, “Outsourcing ist genau das, was wir nicht unter Integration verstehen”. 

► Andere betonen, es brauche vor allem ausreichend Ressourcen für eine gelingende Integration. Der Bayerische Elternverband moniert, der Vorschlag lenke vom eigentlichen Problem, dem Lehrermangel, ab.

Filiz Polat, Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion forderte in der “Augsburger Allgemeinen”, die Ausstattung der Schulen finanziell zu verbessern und die Lehrerausbildung zu reformieren.

Der BLLV teilt mit, wenn Söder plane, jetzt mehr Personal für die bereits bestehenden Übergangsklassen einzusetzen, dann begrüße man den Vorschlag. 

► Der BLLV kritisiert aber, dass Söder mit “politischen Kampfbegriffen” arbeitet und letztlich Politik auf den Schultern von Flüchtlingskindern gemacht wird.

Der vorerst eigentliche Knackpunkt an Söders Plänen:

Tatsächlich ist zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas ganz anderes fragwürdig:

Söder hat im “Bild”-Interview über offenbar unausgegorene Pläne gesprochen. Ob die Deutschklassen zur Integration beitragen...

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