Serie gerissen! Erste Bayern-Pleite unter Heynckes

Nächster Bayern-Star verletzt

Böse Überraschung in der Heimat: Die Siegesserie von Bayern München ist ausgerechnet bei der Rückkehr von Trainer Jupp Heynckes zu seiner alten Liebe gerissen. Der Bundesliga-Tabellenführer verlor den Klassiker bei Borussia Mönchengladbach mit 1:2 (0:2), zuvor hatten die Bayern alle neun Pflichtspiele unter Heynckes gewonnen. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Auffallend: Der zweite Anzug des Rekordmeisters passt nicht. Das Fehlen der verletzten Franck Ribery, Arjen Robben, Thomas Müller, David Alaba, Manuel Neuer und Thiago war in Gladbach deutlich zu spüren.

Zur prominenten Verletztenliste gesellten sich am Samstagabend noch Juan Bernat (muskuläre Probleme im rechten Oberschenkel) und James (Verdacht auf Gehirnerschütterung), die beide vorzeitig ausgewechselt wurden.

Gladbachs Höhenflug geht hingegen weiter: Die Truppe von Dieter Hecking ist nun wettbewerbsübergreifend seit fünf Spielen ungeschlagen und nun Tabellenvierter. Thorgan Hazard per Handelfmeter (39.) und Matthias Ginter (44.) trafen für die vor der Pause Borussia, die in der Tabelle nur noch fünf Punkte hinter den Bayern liegt.

Der Rekordmeister kam im 99. Bundesliga-Duell beider Teams durch Arturo Vidal (74.) nur noch zum Anschluss, der Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig schmolz auf drei Zähler.

Verlängerung? Heynckes bremst

Vor Anpfiff gehörte die Bühne zunächst Heynckes, der in seiner Geburtsstadt von den Fans beider Klubs gefeiert wurde. Für die Bayern ist eine Zusammenarbeit mit dem 72-Jährigen inzwischen sogar über das Saisonende hinaus denkbar. "Das halte ich für möglich", hatte Präsident Uli Hoeneß am Freitagabend nach der Jahreshauptversammlung gesagt und von einem "Glückszustand" gesprochen. (Der Spielplan der Bundesliga)

Nach dem Spiel stellte aber ein sichtlich genervter Heynckes auch nach dreimaliger Nachfrage gegenüber Sky klar, dass es keine Verlängerung geben wird: "Ich weiß nicht, warum Uli das gesagt hat. Ich habe gesagt, dass ich hier bis zum Sommer bin. Es gibt eine klare Vereinbarung, und dabei bleibt es. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Ich will nicht jede Woche etwas dazu sagen müssen."

Auf dem Rasen entwickelte sich vor 54.018 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park zunächst ein äußerst zähes Spiel.

Nach der frühen Auswechslung von Christoph Kramer, der nach einem Zusammenprall mit seinem Teamkollegen Jannik Vestergaard benommen vom Feld getragen wurde, bot Gladbach den Bayern mit viel Leidenschaft die Stirn und hatte auch die große Chance zur Führung. Raffael vergab frei vor Sven Ulreich jedoch kläglich (13.).


Elfer spielentscheidend - Süle uneinsichtig


Ohne den verletzten Thiago, dem die Bayern-Spieler vor Anpfiff mit einem Schriftzug auf dem Trikot "Gute Besserung" wünschten, kamen die ohnehin personell angeschlagenen Gäste kaum einmal gefährlich vor das Gladbacher Tor. Vor allem von Torjäger Robert Lewandowski war in dieser Phase kaum etwas zu sehen. (Die Tabelle der Bundesliga)

Kurz vor der Pause wurde es dann turbulent. Erst berührte Niklas Süle den Ball im Strafraum mit der Hand, Hazard verwandelte den fälligen Elfmeter zu seinem fünften Saisontor. Der Belgier war damit auch im zehnten Spiel in Folge an einem Treffer beteiligt. Fast im Gegenzug traf Lewandowski mit der Hacke den Pfosten (42.), ehe Ginter nach Pass von Stindl sogar auf 2:0 erhöhte.

"Das ist ein Finger, mit dem ich den Ball berühre. Wir haben das Spiel innerhalb von fünf Minuten verloren", so Süle bei Sky. "Ich gehe nicht aktiv zum Ball, sondern drehe mich - und das ist menschlich. Das war kein Elfmeter!" Gladbachs Torhüter Yann Sommer meinte: "Wir wussten, dass wir sehr viel zu tun bekommen. Wir hatten auch ein wenig Glück, haben aber unglaublich gefightet."


Friedl-Debüt und Gladbacher Glück

Nach dem Seitenwechsel kam bei den Bayern Linksverteidiger Marco Friedl (19) zu seinem Bundesliga-Debüt, mit deutlich mehr Ballbesitz drängte der Rekordmeister nun auf den Anschluss.

Ein Kopfball des freistehenden Mats Hummels landete in den Armen von Yann Sommer (62.), einen Schuss des eingewechselten Kingsley Coman lenkte der Gladbach-Keeper Sommer an den Pfosten (66.). Erst Vidal hatte mit einem Flachschuss mehr Erfolg und eröffnete eine hitzige Schlussphase.

Mit viel Einsatz und auch einer Portion Glück verteidigte Gladbach die Führung.

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