Bayern-Trainer: Langfristig kann es nur einen geben

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Thomas Tuchel macht’s nicht, Niko Kovac macht’s nicht, Ralph Hasenhüttl macht’s sehr wahrscheinlich auch nicht. Der FC Bayern München kommt bei seiner Trainerfahndung nicht weiter. Auf Dauer gibt es ohnehin nur eine Lösung: Jürgen Klopp. 

Jürgen Klopp steht bei Liverpool bis 2022 unter Vertrag.

Spätestens Ende April will der FC Bayern München den Namen des Trainers für die kommenden Saison bekanntgeben. Das hat Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge vor der Abreise zum Champions-League-Spiel in Sevilla verkündet. Gleichzeitig betonte Rummenigge, dass man die Angelegenheit “sehr entspannt” angehe, die Absage von Thomas Tuchel sei nicht weiter tragisch. “Sie glauben gar nicht, wie viele Anrufe man kriegt in Sachen Trainer”, sagte Rummenigge in einer Journalistenrunde.

Aus Frankfurt hat sich noch niemand gemeldet und wenn würde es sich nur um die nächste Absage handeln. Niko Kovac räumte am Mittwoch mit den Gerüchten auf, er sei auf dem Sprung nach München. “Es gibt keinen Grund zu zweifeln, dass ich nächstes Jahr hier noch Trainer bin”, sagte der Coach der Eintracht.

Tuchel ist raus, Kovac ist raus. Bleibt von den heiß gehandelten Namen nur noch Ralph Hasenhüttl übrig. Doch auch der Trainer von RB Leipzig hat nicht vor, die Bayern zu übernehmen. “Ich habe das Limit mit dieser Mannschaft noch nicht erreicht und kann mir sehr gut vorstellen, hier noch lange zu arbeiten”, hatte der Österreicher Ende letzter Woche gesagt.

Klopp mit Liverpool nahe an der Perfektion

Die Bayern handeln sich bei ihrer Trainerfahndung eine Absage nach der anderen ein. Wer in Münchner ab Juli an der Seitenlinie steht, ist derzeit völlig ungewiss.

Sicher ist, dass es Jürgen Klopp nicht sein wird. Der Coach ist bis 2022 an den FC Liverpool gebunden und ist gerade dabei, die Früchte seiner Arbeit der letzten zweieinhalb Jahre zu ernten. Seine Reds spielten im Champions-League-Halbfinale gegen Manchester City zumindest eine Halbzeit lang nahe an der Perfektion.

Klopp hat das Trainerduell mit Pep Guardiola am Mittwochabend klar gewonnen. Er hat seine Mannschaft perfekt auf die Ballmaschine der Skyblues eingestellt und dem souveränen Tabellenführer der Premier League einen empfindlichen Schlag versetzt.

Klopp und Bayern – “öfter mal ein Thema”

Klopp hat aus Liverpool eine Mannschaft geformt, die in diesem Jahr die Champions League gewinnen kann, obwohl er im Januar mit Coutinho seinen besten Spieler an den FC Barcelona verlor. Zwischen 2010 und 2012 hat er mit Borussia Dortmund die Bayern kurzfristig als Deutschlands Nummer eins abgelöst und erreichte mit dem BVB 2013 das Champions-League-Finale.

Dass ein so erfolgreicher Trainer per se beim FC Bayern ein Thema ist, liegt auf der Hand. Bayern und Klopp – das sei laut Klopp-Berater Marc Kosicke “öfter mal ein Thema, weil Jürgen Uli Hoeneß sehr gut kennt.” 2008 stand Klopp als Bayern-Coach zur Debatte, die Münchner entschieden sich seinerzeit aber für Jürgen Klinsmann. 

Klopp Ideallösung für Bayerns Ziele

Zehn Jahre später suchen die Bayern einen Trainer, der die Mannschaft im Idealfall mehrere Jahre betreut, der eine Ära prägen kann wie Ottmar Hitzfeld, Jupp Heynckes oder auch Pep Guardiola. Der ein Fundament legen kann, der Mannschaft einen prägenden Stil beibringt und sie wieder näher heranführt an die Spitze im europäischen Fußball. Um diese Ziele zu erreichen, gibt es langfristig nur einen Mann: Jürgen Klopp.

Kosicke findet Gefallen daran: “Jürgen ist nicht zu groß für Bayern München oder Bayern München zu groß für ihn. Er könnte das durchaus sehr gut machen Bayern und Klopp – das würde schon passen”, sagte Klopps Berater im Interview mit Sport1.

Für den Moment müssen sich die Bayern Klopp aber abschminken. “Es ist nichts, was im Moment ein Thema ist. Bayern sucht zwar für Sommer einen Trainer, aber Jürgen hat noch einen langen Vertrag und er macht sich momentan keine Gedanken darüber, irgendeinen anderen Klub als die Reds zu trainieren”, versichert Kosicke. 

Klopp hat in Mainz, in Dortmund und jetzt auch in Liverpool nachgewiesen, dass er Mannschaften entwickeln und ihnen eine eigene Identität vermitteln kann. Klopp steht für Nachhaltigkeit und Erfolg. Genau das braucht der FC Bayern. Notfalls müssen die Münchner eben mal Geld in die Hand nehmen, um einen Trainer aus seinem Vertrag zu kaufen. Bei Klopp würde sich die Investition rentieren.