Mit Bayern? So gigantisch wird die neue Klub-WM

Markus Bosch

Die Klub-Weltmeisterschaft führte in Europa bis dato ein eher stiefmütterliches Dasein.

Doch spätestens 2021 soll sich das ändern - zumindest nach dem Willen der FIFA. Dann sollen 24 Klubs um den Titel des besten Teams der Welt kämpfen - und die Chancen stehen angeblich gut, dass dazu auch der FC Bayern zählt.

Wer ist bei dem Mega-Turnier dabei? Wo und wann wird es ausgetragen? SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wo und wann findet die Klub-WM 2021 statt?

Bisher findet die Klub-Weltmeisterschaft immer in Katar statt, aber für das neue Mega-Turnier hat die FIFA den Zuschlag an China vergeben.

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Dort soll die Klub-WM vom 17. Juni 2021 bis zum 4. Juli 2021 stattfinden und ersetzt damit den abgeschafften Confederations Cup für Nationalmannschaften. Dieser wurde zuletzt immer ein Jahr vor einer Weltmeisterschaft im WM-Gastgeberland ausgetragen. An diese Stelle tritt nun die Klub-WM, die - im Unterschied zum bisherigen Modus - nur noch im Abstand von vier Jahren ausgetragen werden soll.


Wer nimmt an der Klub-Weltmeisterschaft teil?

Die 24 teilnehmenden Teams teilen sich auf in acht Mannschaften aus Europa, sechs aus Südamerika sowie jeweils drei Teams aus Afrika und Nordamerika. Asien erhält 2,5 Startplätze, dort muss sich der potenziell dritte Teilnehmer in einem Playoff-Spiel mit dem Ozeanien-Team um den letzten Startplatz messen. Zusätzlich erhält das Gastgeberland China einen Platz bei der Klub-WM.

Während in vielen Kontinentalverbänden die Verteilung der Plätze für die Klub-WM bereits geregelt ist, ist diese in Europa noch unklar.

War zunächst angedacht, dass die acht Sieger von Champions League und Europa League der Jahre 2018 bis 2021 am Wettbewerb teilnehmen sollen, hat das ZDF nun eine andere Variante ins Spiel gebracht.

Demnach hätten die vier Champions-League-Sieger der Jahre 2018 bis 2021 ihren Startplatz sicher. Zusätzlich würden noch die besten vier Teams des UEFA-Klub-Rankings einen Startplatz erhalten.

Zu diesen würde momentan auch der FC Bayern zählen, der auf Platz drei liegt. Sicher scheint nur, dass der Titelgewinn in der Champions League in den kommenden beiden Jahren wohl der sicherste Weg zur Premiere der neuen Klub-WM ist.


Wie ist der Modus bei der Klub-WM?

Die 24 teilnehmenden Mannschaften werden in acht Dreiergruppen unterteilt. Der jeweilige Gruppensieger erreicht dann das Viertelfinale. Ab dort wird dann im K.o.-Modus der Klub-Weltmeister ermittelt.

Wie viel Geld winkt den Klubs?

Offiziell hat die FIFA noch keine Prämien für die Klub-WM 2021 bekanntgegeben. Im ZDF-Bericht ist jedoch die Rede von einem Antrittsgeld in Höhe von 50 Millionen US-Dollar - pro Verein. Der Sieger soll zusätzlich noch 115 Millionen Dollar Gewinnprämie einstreichen.

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Sollten diese Zahlen ansatzweise der Wahrheit entsprechen, wäre es der lukrativste Klub-Wettbewerb und würde den Teams, die daran teilnehmen dürfen, einen enormen finanziellen Vorteil verschaffen.

Wie reagieren die Klub-Verantwortlichen auf die Reform der Klub-WM?

Unterschiedlich. Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge begrüßte im kicker die Reform. "Ich finde es richtig, dass die FIFA die Klub-WM reformieren wird. Der Wettbewerb ist in seiner heutigen Form uninteressant. Der Zeitpunkt kurz vor Weihnachten ist für alle Teilnehmer unpassend. Und auch aus wirtschaftlicher Sicht ist die Klub-WM in ihrer aktuellen Form für die Vereine nicht lukrativ."

"Super" und "wunderbar" nannte Ex-Präsident Uli Hoeneß die Reformpläne für die Klub-WM bereits vor einem Jahr.

Bayern-Trainer Hansi Flick äußerte sich am Freitagmittag jedoch deutlich verhaltener. "Die Spieler, das sind die Leidtragenden", sagte Flick auf der Pressekonferenz vor dem Spiel beim 1. FC Köln: "Man muss wirklich gucken, ob es für die Spieler zumutbar ist, dass es in einer Sommerpause, in der keine großen Turniere stattfinden, auch noch eine Klub-WM gibt."

Auch Liverpool-Trainer Jürgen Klopp zählt zu den Skeptikern. "Man kann nicht immer noch mehr Turniere hinzunehmen, das funktioniert nicht", polterte Klopp bereits im Dezember. Das Turnier, gab Klopp zu bedenken, überschneide sich mit dem Afrika-Cup: "Man sollte sich an einen Tisch setzen und diese großen Turniere nicht zeitgleich spielen."


Sowohl der Afrika-Cup als auch der Gold Cup finden unmittelbar nach der Klub-WM statt. So könnte beispielsweise Liverpools Ägypter Mo Salah ein äußerst strapaziöser Sommer bevorstehen.

Doch auch die europäischen Spieler sind einer erheblichen Mehrbelastung ausgesetzt: Vom 3. Juni bis zum 8. Juni finden WM-Qualifikationsspiele in Europa, aber auch auf anderen Kontinenten statt. Die Spieler wären zunächst also bei ihren Nationalteams, ehe sie anschließend mit den Klubs um Weltmeister-Ehren kämpfen.