Bayern senkt Grenzwert für Hotspots auf 35 Neuinfektionen

Der Leiter der bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU).

Bund und Länder hatten sich auf einen Grenzwert von 50 im Frühwarnsystem für Corona-Neuinfektionen geeinigt. Einige Bundesländer gehen jedoch ihren eigenen Weg - auch Bayern.

München/Stuttgart (dpa) - Auch Bayern verschärft seinen Grenzwert im Frühwarnsystem für die Corona-Neuinfektionen.

Das Landeskabinett setzte den Grenzwert auf 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in einer Stadt oder einem Landkreis herab, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) in München mitteilte. Bund und Länder hatten sich auf den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner geeinigt. Auch das Land Berlin hält dies für zu viel und hat ein eigenes Warnsystem entwickelt, das bereits bei 30 auf Rot schaltet.

Herrmann sagte in München: «Das Virus ist nicht besiegt, also wird es diese lokalen Ausbrüche immer wieder geben.» Die frühzeitige Erkennung von Hotspots sei in der aktuellen Phase der Pandemie sehr wichtig.

Je nach Ausbruchsgeschehen werde dann in unterschiedlichen Stufen ein Plan entwickelt, wie die Ansteckungen minimiert werden könnten. Dazu gehörten das Aufspüren von Kontaktpersonen, gegebenenfalls die Quarantäne von bestimmten Einrichtungen bis hin zur Schließung von Geschäften oder im schlimmsten Fall allgemeine Kontaktbeschränkungen.

In Baden-Württemberg soll ab einem Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen eine Vorwarnstufe («Alarmstufe gelb») gelten. Die Behörden sollen das Infektionsgeschehen dann genau beobachten, die Menschen zur besonderen Vorsicht mahnen und die Corona-Tests ausweiten. Nach Angaben eines Regierungssprechers nahm das grün-schwarze Kabinett das Konzept zur Bekämpfung des Coronavirus auf Landkreisebene am Dienstag zustimmend zur Kenntnis.