Bayern Münchens Trainer Niko Kovac kritisiert die deutsche Nachwuchsausbildung

Niko Kovac hat die für ihn überragenden Stars bei der WM 2018 in Russland benannt. Außerdem sprach er über Missstände der deutschen Nachwuchsarbeit.

Niko Kovac vom FC Bayern München hat Kritik an der Nachwuchsarbeit in Deutschland geübt. Der Kroate wünscht sich mehr Kreativspieler und sieht dafür nicht unbedingt die richtigen Voraussetzungen gegeben.

"Es sollte in der Nachwuchsarbeit wieder mehr darauf geachtet werden, dass man im Fußball nicht nur Handwerker und Facharbeiter braucht, sondern auch Künstler", schrieb Kovac in einer Kolumne der FAZ. Der Kroate gehörte selbst als Spieler eher zur Arbeiter-Kategorie, hat aber als Trainer doch ein Auge auf die technisch starken Südamerikaner geworfen, die versuchen, "einen Gegner zu veräppeln oder für die Galerie zu spielen."

Dieser Gedanke, der sich oft im "Straßenfußball" entwickelt, sei in Deutschland in den Jahrzehnten konsequent "aberzogen" worden. Gleichwohl ist aus der Sicht von Kovac nicht alles schlecht. Deutschland bringe "genügend Spieler mit der richtigen Einstellung, mannschaftsdienlich, kampfstark, taktisch hervorragend und auch am Ball gut ausgebildet" in das Profi-Geschäft.

Niko Kovac fordert anderen Typus der Jugendtrainer

Die Individualisten, "die enge Spielsituationen überraschend lösen können oder beim Konter den Gegner einfach mal stehen lassen", aber fehlen dem Bayern-Coach. Dafür wünscht sich Kovac in Zukunft mehr Trainer in der Jugend, die "die Leidenschaft für Dribblings und Kunststücke am Ball" vermitteln und auch demonstrieren können.

Der Bayern-Trainer ist mit diesem Wunsch bei weitem nicht alleine. Der DFB hat in den letzten Jahren vermehrt betont, dass der sogenannte Straßenfußballer wieder ein Produkt der deutschen Jugendarbeit werden soll. Die Trainingseinheiten sollen mehr Fokus auf Kreativität und freie Entfaltung legen als auf eingeschliffene Abläufe.