Neuer Bayern-Jäger? Das sagt RB-Boss Mintzlaff

Sebastian Mittag

Geschäftsführer Oliver Mintzlaff von RB Leipzig hat klargestellt, dass sein Klub noch kein Angebot vom FC Bayern für Timo Werner vorliegen hat.

"Wir hatten jetzt zwei angenehme Mittag- und Abendessen mit dem FC Bayern, mit Herrn Rummenigge und Herrn Hoeneß. Da hätten wir über alles sprechen können. Wir haben auch über alles gesprochen. Wir haben aber nicht über Timo Werner gesprochen. Von daher liegt noch keine Anfrage und kein Angebot vor", erklärte Mintzlaff im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

Der 42-Jährige weiter: "Wenn es vorliegen würde, wären wir auch entspannt und würde auf den Vertrag und die Zufriedenheit des Spielers hinweisen und sagen: 'Wir sind froh, dass wir noch einen langen Weg mit Timo Werner gehen werden.'"

Ob Angreifer Werner einer der wenigen RB-Profis mit Ausstiegsklausel ist, wollte Mintzlaff nicht verraten: "Grundsätzlich äußern wir uns nicht über Vertragsdetails", sagte er.

Zuletzt hatte Bayern-Trainer Jupp Heynckes über Werner gesagt: "Er ist ein sehr guter, herausragender deutscher Spieler mit großem Potenzial. Das wird ein richtig guter Junge. Ich werde ihn weiter beobachten und dann irgendwann Hasan Salihamidzic, Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß Bericht erstatten, was meine Meinung dazu ist."

Mintzlaff: "Wollen ihn nicht hergeben"

RB will den 21 Jahre alten Nationalspieler jedoch unbedingt halten. Zudem wolle Werner Leipzig auch gar nicht verlassen, glaubt Mintzlaff: "Er hat sich bei uns prächtig entwickelt und die nächsten Schritte gemacht. Daher gibt es auch gar keinen Grund, dass der Spieler sagt: 'Ich war letzte Saison Deutschlands bester Stürmer, jetzt muss ich den nächsten Schritt suchen'. Den kann er ja bei uns suchen. Er spielt jetzt Champions League! Da brauchen wir ihn und wollen ihn auch gar nicht hergeben."

RB sei bei der Verpflichtung des Torjägers vom VfB Stuttgart im Jahr 2016 einfach schneller und geschickter gewesen als die Konkurrenz: "Das ist ein Spieler, den hätten auch viele andere holen können. Die Ablösesumme war überschaubar. Viele Bundesligaklubs hätten sich diesen Spieler leisten können."

Ein anderer Spieler wird Leipzig allerdings sicher verlassen: Naby Keita wechselt nach der Saison zum FC Liverpool.

Mintzlaff erklärte zu dem Transfer, der bereits in der vergangenen Sommerpause eingetütet wurde: "Wir haben in dieser Wechselpause gesagt: Wir geben keinen Leistungsträger ab. Daran haben wir uns gehalten. Keita war mit Gedanken in der Sommerpause woanders, das hat dann auch ein bisschen gedauert, bis er akzeptiert hat, er bleibt noch ein Jahr in Leipzig. Er ist jetzt froh, dass er bei uns ist, auch dass seine Zukunftsfrage gelöst ist."

Leipzig sieht sich nicht als Bayern-Jäger

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz habe sich bei dem Deal nicht eingemischt: "Mateschitz arbeitet ja nicht im Verein, Mateschitz ist Eigentümer von Red Bull und Red Bull ist unser Hauptsponsor", so Mintzlaff: "Von daher ist das nicht die Entscheidung von Herrn Mateschitz, sondern die Entscheidung vom Sport. Wir treffen uns natürlich und besprechen solche Dinge. Aber es ist ja nicht so, dass wir jetzt zu Mateschitz gehen und sagen: Wir brauchen jetzt noch 70 Millionen für Naby Keita."


In Leipzig halte man sich strikt an das Financial Fairplay: "Wir haben ja ein Budget, wir halten uns strikt an alles, insbesondere an Financial Fairplay. Das limitiert uns auch. Wenn dann jemand kommt und ein unmoralisches Angebot macht, müssen wir uns das auch anschauen."

Der aktuelle Tabellendritte will sich weiter verbessern, sieht sich aber laut Mintzlaff noch nicht als Titelkandidat: "Wir gehen mit schnellen Schritten voran in allen Bereichen. Wir haben eine ambitionierte Mannschaft. Wir haben eine klare Philosophie. Aber wir haben jetzt nicht die Erwartungshaltung, dass wir der neue Bayern-Jäger sind."

In der Champions League möchte RB das Achtelfinale erreichen. Mintzlaff stellte klar: "Der nächste Schritt ist, dass wir international überwintern. Das ist unser Ziel."