Warum Bayern bei Haaland chancenlos ist

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Warum Bayern bei Haaland chancenlos ist
Warum Bayern bei Haaland chancenlos ist

Der Boss des Rekordmeisters ist er nicht mehr - und doch hört man aus gutem Grund genau hin, wenn Karl-Heinz Rummenigge sich bei einem solchen Thema zu Wort meldet. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Erling Haaland von Borussia Dortmund zum FC Bayern München? Der langjährige Vorstandschef glaubt nicht dran. „Die Zahlen, die kursieren, zeigen: Es ist schwierig, ihn in Deutschland zu halten“, sagte er in dieser Woche der Sport Bild. Er gehe davon aus, „dass man Haaland in Zukunft im Ausland bestaunen wird“.

Klare Meinung, offen ausgesprochen - und es ist schwer vorstellbar, dass einer wie Rummenigge das tut, um seinen alten Klub zu ärgern. Im Gegenteil.

So wie die Dinge liegen, nimmt Rummenigge seinem Nachfolger Oliver Kahn und dessen Kollegen in der Chefetage damit einen Teil der Arbeit ab, die in Bezug auf Haaland vor ihnen liegt: den Bayern-Fans schonend beizubringen, dass es wohl nichts wird mit diesem Traum von einem Mega-Transfer. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Erling Haaland würde FC Bayern wohl über 300 Millionen kosten

Die Zahlen, um die es geht und die sich mit SPORT1-Informationen decken: Haalands berühmt-berüchtigter Berater Mino Raiola hat in Verhandlungen mit dem FC Chelsea ein Bruttogehalt von 50 Millionen Euro für seinen norwegischen Klienten gefordert (24 Millionen netto), plus 40 Millionen Euro Honorar für sich selber.

Bislang verdient Haaland beim BVB acht bis zehn Millionen Euro, beim FC Bayern ist Weltfußballer Robert Lewandowski - den Haaland im Fall X beerben würde - Top-Verdiener mit etwas über 20 Millionen. Brutto.

Haalands BVB-Vertrag läuft bis 2024, eine im kommenden Sommer greifende Ausstiegsklausel eröffnet die Chance auf einen Wechsel für eine Ablöse von 75 Millionen Euro, die mit branchenüblichen Boni nach SPORT1-Informationen auf etwa 90 Millionen Euro ansteigen kann.

Sollte Haaland also etwa einen Vier-Jahres-Vertrag haben wollen, müsste der FC Bayern ein Paket schnüren, das am Ende weit über 300 Millionen Euro teuer werden kann. Kann Bayern sich das leisten? Kaum, zumal auch die Folgekosten zu bedenken sind.

Gehalt und mehr: Die Folgekosten sind beträchtlich

Die Bayern müssten für Haaland ihr Gehaltsgefüge restlos in die Luft jagen. Jeder Star, der nach einem solchen Deal in Verhandlungen mit dem Klub treten würde, würde seine Forderungen zu Haalands Gehalt ins Verhältnis setzen und entsprechend nach oben schrauben. Die so entstehenden Kosten? Horrend.

Hinzu kommt, dass Bayern seine über Jahrzehnte gepflegte Identität aufgeben würde, nicht jeden Transfer- und Gehaltsirrsinn mitzumachen - eine Identität, die Joshua Kimmich gerade erst wieder lobend erwähnt hat in der Begründung seiner jüngsten Vertragsverlängerung.

„Ich denke, der FC Bayern kann stolz darauf sein, dass dieser Verein einen etwas anderen Weg geht als viele andere in Europa“, hält Kimmich in Bayerns Mitgliedermagazin fest: „Damit können sich die Fans identifizieren, und das ist wichtig.“

Haaland: Nur drei Transfer-Ziele scheinen realistisch

Die Kehrseite ist: Die Bayern sind auf Stars mit einer gewissen Genügsamkeit angewiesen. Die Vorstellungen in Einklang zu bringen, hat jüngst bei David Alaba schon nicht geklappt, bei Haaland wirkt das Vorhaben aussichtslos, wenn Raiola seine Vorstellungen nicht deutlich nach unten anpasst - wofür es keine Anzeichen gibt.

Generell gibt es nur wenige Klubs in Europa, die sich den Haaland-Deal leisten können. Das Kandidatenfeld verdichtet sich auf Manchester City, Manchester United und Paris Saint-Germain.

Das ist plausibel, denn neben Bayern dürften auch diverse andere Großmächte raus sein: Der FC Barcelona ist in zu großer Finanznot und andere Teams, denen zuzutrauen ist, die Haaland-Millionen aufzutreiben, haben gerade andere teure Offensiv-Megastars verpflichtet (FC Chelsea, Romelu Lukaku) oder in Aussicht (Real Madrid, Kylian Mbappé).

Da Haaland selbst sich eher in Richtung England statt zu PSG nach Frankreich zu tendieren scheint, deutet sich ein Bieterduell der beiden Manchesters an - mit nicht nur dem FC Bayern als staunendem Beobachter.

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