Mr. Unbezwingbar! Heynckes' Ansage rüttelt Bayern wach

Johannes Fischer, Nico Pommerenke
Jupp Heynckes führt de Bayern derzeit von Sieg zu Sieg

Seit Jupp Heynckes am 9. Oktober 2017 zum FC Bayern zurückgekehrt ist, sehen die Gegner des Rekordmeisters keinen Stich.

Seit 23 Pflichtspielen trägt der 72-Jährige nun die sportliche Verantwortung - davon hat er sagenhafte 22 gewonnen. Die einzige Niederlage gab's am 25. November beim 1:2 in Gladbach.

Die letzten zwöft Partien? Alle gewonnen. Mal souverän, mal etwas glücklich - aber immer mit dem festen Willen, es notfalls zu erzwingen. So war es auch beim 2:1-Sieg in Wolfsburg, als Robert Lewandowski den Last-Minute-Elfmeter versenkte.

Bayern nach Totalrotation zunächst fahrig

Heynckes hatte sein Team personell komplett verändert. Totalrotation sagt man im Fußball dazu. Thomas Müller, Robert Lewandowski, Joshua Kimmich, Mats Hummels und David Alaba - sie alle saßen bei Anpfiff auf der Bank. Kingsley Coman und James Rodriguez waren erst gar nicht mit nach Wolfsburg gefahren. (Spielplan und Ergebnisse)

Die Folge: 45 Minuten lang quälten sich die Gäste, waren uninspiriert und ließen sich durch Daniel Didavis Gegentor (8.) früh übertölpeln. 


"Es hatte auch mit der Besetzung zu tun", erklärte Arjen Robben. "Wir waren in der ersten Halbzeit mit zu vielen Spielern hinter dem Ball. Die Anspielstationen haben gefehlt, deswegen lief es nicht ganz so gut."

"Wir sind nicht so gut in den Rhythmus gekommen und waren im Ballbesitz nicht so aggressiv", gestand Thomas Müller. "Wir waren nicht zielstrebig, nicht direkt genug - und deswegen stand es zur Halbzeit 1:0 für Wolfsburg."

Heynckes macht Bayern Ansage

Doch Heynckes justierte mit seiner Halbzeitansprache einige Stellschrauben - und prompt lief die Bayern-Maschine wieder wie geschmiert.

"Wir mussten mit ein, zwei Mittelfeldspielern mehr vorne rein gehen. Das hat gefehlt und wurde in der zweiten Halbzeit besser", sagte Robben. "Der Trainer hat in der Halbzeitpause genau das gesagt. Du musst immer die Dinge ganz klar ansprechen."


Heynckes kann derzeit machen, was er will: Bayern gewinnt. 

Vor einer Woche gegen Schalke musste er wegen einer Grippe passen. Co-Trainer Peter Hermann coachte die Mannschaft zu drei Punkten. Heynckes wollte die Partie eigentlich Zuhause am Fernseher verfolgen, verschlief jedoch den Anpfiff. Als er aufwachte, erzielte Thomas Müller den Siegtreffer. 

Gegen Wolfsburg versuchte es Heynckes mit einem Personalroulette. Auch der Plan ging auf. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Müller: "Mannschaft ist geil"

"Mit Beginn der zweiten Hälfte haben wir eine ganz andere Einstellung nach vorne gezeigt", sagte Müller. "Dieser Wille, auch Spiele zu gewinnen, obwohl es vorne vermeintlich nicht mehr spannend wird - das macht Spaß und die Mannschaft ist einfach geil."

Sandro Wagner (64.) und Lewandowski drehten das Spiel zu Gunsten des Favoriten. Für den polnischen Stürmerstar, de nach seiner Einwechslung in der 79. Minute auf lediglich vier Ballkontakte kam, war es das 20. Saisontor.

Highlights des Spiels in "Bundesliga Pur" am Sonntag, ab 9.30 Uhr im TV auf SPORT1

Vor dem Ausgleich hatte VfL-Keeper Koen Casteels (55.) sogar noch einen Foulelfmeter von Arjen Robben pariert - doch das half den Wölfen am Ende auch nicht. 

Wie es in Wolfsburg für Trainer Martin Schmidt weitergeht, ist offen. Bereits vor der Partie war Jens Keller als möglicher Nachfolger gehandelt worden. Sportdirektor Olaf Rebbe hatte Schmidt jedoch zunächst den Rücken gestärkt.

Wolfsburger Stimmungsboykott

Wie explosiv die Lage bei den Wölfen aber bereits ist, zeigte sich jedoch vor Anpfiff. Mehrere Fanklubs hatten zum Stimmungsboykott für die ersten 19:45 Minuten verabredet - in Anlehnung an das Gründungsdatum.

Bei einem Heimspiel gegen den Rekordmeister. Vielleicht hatten auch die 30.000 Zuschauern nicht wirklich mit einem Sieg gegen Heynckes' Bayern gerechnet.