Hier ist Bayern fast so schlecht wie Schalke

Florian Plettenberg
·Lesedauer: 3 Min.

Mit Rechtsverteidiger Niklas Süle hat Hansi Flick beim 2:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg überrascht.

Benjamin Pavard ist außer Form, Neuzugang Bouna Sarr enttäuscht bislang, beide mussten gegen die Wölfe zuschauen. Talent Chris Richards braucht noch Zeit. Auffällig: Bereits in der vergangenen Saison konnte sich Leihgabe Álvaro Odriozola nie ernsthaft aufdrängen. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Süle spielte nach anfänglichen Problemen am Mittwochabend ordentlich, Flick befand: "Er hat seine Sache gut gemacht. Er hat das natürlich auch etwas anders interpretiert. Ich finde, er hat eine gute Entwicklung gemacht."

Klar ist aber: Hinten rechts sind die Bayern verwundbar! Auch, weil vor allem Offensiv-Spieler Leroy Sané in der Defensive bislang noch nicht derart unterstützend mitgewirkt hat, wie es Flick von ihm erwartet.

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Bayern: Sechs der 18 Gegentore fielen über rechts

Die Fakten: Sechs der 18 Gegentore in dieser Bundesliga-Saison fielen über die rechte Abwehrseite. Nur Union Berlin und Schalke wurden häufiger über diese Seite bezwungen.

In der vergangenen Saison, als Pavard in Topform war und regelmäßig spielte, weil Flick nur wenig rotieren musste, fingen sich die Bayern in 34 Spielen nur drei Gegentore über rechts ein.

Was ist nun die passende Lösung gegen die schnellen Leverkusener Außenstürmer um Moussa Diaby und Leon Bailey?

"Das ist eine sehr spielstarke Mannschaft, die über großes Selbstvertrauen verfügt", warnte Flick auf der PK vor dem Topspiel: "Wichtig wird es sein, die Fehler zu minimieren und von Beginn an hellwach zu sein." (Bundesliga: Bayer Leverkusen - FC Bayern München, Sa. 18.30 Uhr im LIVETICKER)

Flick hält wohl an der Viererkette fest

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hält der Bayern-Trainer an der Viererkette fest. Auch an Rechtsverteidiger Süle?

Warum er gegen Wolfsburg auf ungewohnter Position spielte, erklärte Flick wie folgt: "Wir wollten mit einem Dreier-Aufbau agieren und gegen zwei gegnerische Stürmer mit David, Jérôme und Niklas das Spiel aufbauen. Dadurch wollten wir in der Restverteidigung einen Spieler mehr und dadurch eine Kompaktheit in der Defensive haben."

In der laufenden Saison setzte Flick zumeist auf Rechtsverteidiger Pavard (712 Minuten Einsatzzeit). Sarr kommt nur auf 180 Minuten.

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Pavard beteiligt sich nur noch zaghaft am Offensivspiel

Auffällig: Bislang gewann Pavard nur 48 Prozent seiner Duelle am Boden. In der vergangenen Saison waren es durchschnittlich 55 Prozent. Süle gewann gegen den VfL 72 Prozent seiner Zweikämpfe.

War Pavard vergangene Saison an neun Toren direkt beteiligt, ist der Franzose bislang noch ohne Scorerpunkt und beteiligt sich im Spiel nach vorne nur noch zaghaft. Sarr und Richards können immerhin eine Torvorlage vorweisen.

Nur einmal gelang Pavard an zwölf Spieltagen ein Dribbling, er bereitete zudem erst zwei Torschüsse vor. Mit 13,5 Prozent hat der Weltmeister von 2018 von allen vier eingesetzten Rechtsverteidigern in dieser Saison die höchste Fehlpassquote. Richards (12 %), Süle (11,9 %) und Sarr (7 %) folgen dahinter.

Stark ist Pavard hingegen in der Luft: Dort gewann er mit 74,1 Prozent mit Abstand die meisten Duelle. (SERVICE: Ergebnisse & Spielplan der Bundesliga)

In puncto Schnelligkeit gibt es kaum Auffälligkeiten. Sarr hatte mit 32,9 km/h den höchsten Topspeed, Richards war mit 31,6 km/h der Langsamste. Pavard und Süle liegen gleichauf (32,6 km/h).

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Startelf-Rückkehr von Pavard wahrscheinlich

Wahrscheinlich ist, dass Pavard gegen die Werkself am Samstag wieder in der Startelf stehen wird.

Allerdings ist Flick ein Befürworter einer eingespielten Viererkette und wenig Änderungen, was wiederum für eine unveränderte Viererkette im Vergleich zum Wolfsburg-Heimspiel spricht.

Hinten rechts müssen auf jeden Fall Lösungen her.