Banner-Ärger: Bayern-Fans wenden sich an Katar

Dieses Banner der Bayern-Fans gegen PSG wurde zugelassen, führte aber zu einer Geldstrafe

Die Bayern-Fanvereinigung "Club Nr. 12" hat sich in einem offenen Brief an die Botschaft von Katar gewandt.

In dem Schreiben an die katarische Botschaft bittet die Fanvereinigung um die Freigabe eines Spruchbands für das DFB-Pokal-Spiel gegen Borussia Dortmund (Mi., ab 20.30 Uhr im LIVETICKER).

Auf diesem soll zu lesen sein: "Für Meinungsfreiheit. In der Südkurve, in Nyon, in Doha, überall."

Was steckt hinter dem Banner?

Hintergrund: Der FC Bayern hatte vor dem Champions-League-Heimspiel gegen Paris Saint-Germain dem Brief zufolge zunächst ein Banner der Fans erlaubt. Auf diesem sollte die Aufschrift stehen: "Für wie viel Mio. kann man sich vom Financial Fairplay freikaufen?"

Doch als die Bayern die UEFA wie vorgesehen kurz vor der Partie über das Banner informiert hatten, ruderte der Klub plötzlich zurück und verweigerte den Einlass in die Allianz Arena mit dem Spruchband.


Die Bayern-Fans behaupten, es gebe Gerüchte, die UEFA habe den Inhalt des Banners an PSG weitergeleitet. Der Klub und seine katarischen Besitzer sollen von diesem Spruchband wenig begeistert gewesen sein und die Info an die katarische Botschaft weitergeleitet haben.

Katar droht angeblich den Bayern

In dem Schreiben der Fanvereinigung heißt es: "Diese setzte sich, so das Gerücht, mit der Vereinsführung des FC Bayern in Verbindung und soll – angeblich – damit gedroht haben, dass die Präsentation des Spruchbands durch die Bayern-Fans zu einer spürbaren Verschlechterung der Beziehungen zwischen Katar und dem FC Bayern führen könnte."

Der Hamad International Airport in der katarischen Hauptstadt Doha ist bereits seit 2016 ein sogenannter Platin-Partner der Münchner. Seit Saisonbeginn ist der Sponsor zudem auf den Ärmel der Spielertrikots zu finden, was dem FCB weitere Millionen einbringen sollen.

Zudem waren die Bayern bereits sieben Mal zum Trainingslager in Katar.

Fanvereinigung plant neues Spruchband

"Club Nr. 12" fühlte sich durch das plötzliche Verbot jedoch in der Meinungsfreiheit eingeschränkt und plant deshalb nun ein neues Spruchband für das Pokal-Spiel gegen Dortmund. 

Deshalb wendete sich die Fanvereinigung nun vorab mit einem offenen Brief an die Botschaft Katars. In diesem wird gefragt, ob der Staat ein Problem mit dem geplanten Spruchband hat.


Im Wortlaut: "Wenn die oben beschriebenen Gerüchte zutreffen und der katarische Staat entscheidenden Einfluss auf die Genehmigung von Spruchbändern beim FC Bayern nimmt, möchten wir den Entscheidungsprozess hiermit abkürzen. Sie haben sicher Verständnis dafür, dass es unseren Mitgliedern nicht zumutbar ist, erneut viele Stunden Freizeit in die Herstellung eines großen Transparents zu stecken, das dann gar nicht verwendet werden darf."

Falls die Botschaft "der Auffassung sein, dass das geplante Spruchband den guten Beziehungen zwischen dem Staat Katar und dem FC Bayern im Wege steht", soll sie sich bis Ende der Woche melden - andernfalls kündigt die Fanvereinigung an, mit der Herstellung des Banners beginnen.