Bayern, BVB, PSG, Chelsea, Real: Trainerbeben in Europa

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Bayern und Dortmund stehen für die neue Saison ohne Trainer da, bei weiteren europäischen Spitzenklubs wackeln die aktuellen Trainer bedenklich. Hasenhüttl, Tuchel, Favre, Conte, Pochettino, Zidane – wer sitzt 2018/19 wo auf der Bank und welcher Klub hat welchen Coach im Auge? Yahoo Sport liefert einen Überblick. 

Vier heiße Trainerkandidaten in Europa: Mauricio Pochettino, Zinedine Zidane, Ralph Hasenhüttl, Thomas Tuchel

FC Bayern München

Situation: Seit letzter Woche haben die Bayern endgültig Gewissheit: Jupp Heynckes wird seine Arbeit in München offiziell am 30. Juni beenden. Wunschersatzkandidat Thomas Tuchel sagte den FCB-Bossen kurz darauf ab. Somit stehen die Münchner Ende März ohne Coach für die nächste Saison da. Laut Süddeutscher Zeitung lassen sich Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß davon aber nicht stressen. Die Trainer-Deadline ist großzügig angelegt: Notfalls wird der Neue eben erst Mitte/Ende Mai präsentiert.

Bayerns Trainersuche wird zum Desaster

Die Kandidaten: Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig), Niko Kovac (Eintracht Frankfurt), Lucien Favre (OGC Nizza), Mauricio Pochettino (Tottenham Hotspur)

Diashow: Das sind Bayerns restliche Trainerkandidaten

Die heißeste Spur: Führt nach Leipzig. Hasenhüttl hat den bei Hoeneß so wichtigen Bayern-Stallgeruch und kennt aus seiner Zeit bei den Amateuren Spieler wie Mats Hummels und Thomas Müller. Er leistet in Leipzig erfolgreiche Arbeit und kann junge Spieler zu Stars formen; Timo Werner ist Deutschlands Stürmer Nummer eins bei der WM in Russland. Die Bild berichtet von einem Duell zwischen Bayern und Borussia Dortmund im Kampf um Hasenhüttl. Demnach soll Leipzig eine Ablösesumme in Höhe von zehn Millionen Euro für den Österreicher fordern. Zuletzt hatte es intern Krach gegeben zwischen Hasenhüttl auf der einen und den RB-Machern Ralf Rangnick und Oliver Mintzlaff auf der anderen Seite.

Borussia Dortmund

Situation: Peter Stöger hat einen Vertrag bis Saisonende. Er hat den BVB nach dem Rauswurf von Peter Bosz stabilisiert, die Leistungen der Mannschaft sind aber weiter stark schwankend. Zudem blamierte sich Dortmund in der Europa League gegen Salzburg. Stöger hat kaum Chancen auf eine Weiterbeschäftigung.

Die Kandidaten: Ralph Hasenhüttl, Lucien Favre, David Wagner (Huddersfield Town)

Die heißeste Spur: Wie erwähnt soll sich auch der BVB stark um Hasenhüttl bemühen. Mit Favre ist aber ein ebenfalls aussichtsreicher Kandidat im Rennen. Der Schweizer war bereits letzten Sommer Thema in Dortmund, bevor sich Klubchef Hans-Joachim Watzke und Sportchef Michael Zorc für Peter Bosz entschieden. Wie das Magazin France Football am Dienstag berichtet, hat Favre die Bosse von OGC Nizza darüber informiert, dass er den Klub nach der Saison verlassen möchte. Der Preis für Favre steht auch schon fest: Drei Millionen Euro Ablöse.

Paris Saint-Germain

Die Situation: Dass PSG erwartungsgemäß die französische Ligue 1 dominiert, hilft Trainer Unai Emery nicht weiter. Der Spanier steht nach dem krachenden Champions-League-Aus gegen Real Madrid stark in der Kritik. Klubbesitzer Nasser Ghanim Al-Khelaifi lechzt nach dem Gewinn der Königsklasse und arbeitet intensiv an einer Veränderung auf der Trainerposition. Es gilt als sicher, dass Emery nach der Saison entlassen wird.

Die Kandidaten: Thomas Tuchel (vereinslos), Antonio Conte (FC Chelsea), Massimiliano Allegri (Juventus Turin), Mauricio Pochettino

Die heißeste Spur: Führt zu Thomas Tuchel. Die Absage an den FC Bayern begründete der Ex-BVB Coach mit einem bevorstehenden Engagement bei einem europäischen Spitzenklub. Tuchel wurde zwar auch mit dem FC Arsenal in Verbindung gebracht, dort hat aber immer noch Arsene Wenger das Sagen und es gibt bislang keine Anzeichen dafür, dass Wenger die Londoner am Saisonende nach 22 Jahren verlassen wird. Zudem steht bei Arsenal Tuchels Intimfeind aus Dortmunder Zeiten Sven Mislintat als Chefscout unter Vertrag.

FC Chelsea

Die Situation: In der letzten Saison führte Antonio Conte die Blues zur englischen Meisterschaft. Mittlerweile soll der Italiener aber große Teile der Mannschaft gegen sich aufgebracht haben, in englischen Medien war sogar von einer Spielerrevolte gegen den Trainer die Rede. Conte hat bei Chelsea noch Vertrag bis 2019, eine Trennung am Saisonende gilt aber auf der Insel als wahrscheinlich, zumal Conte auch als neuer Trainer der italienischen Nationalmannschaft im Gespräch ist.

Die Kandidaten: Thomas Tuchel, Luis Enrique (vereinslos), Brendan Rodgers (Celtic Glasgow), Mauricio Sarri (SSC Neapel)

Die heißeste Spur: Führt zu Luis Enrique. Der Spanier legt seit dem Ende in Barcelona ein Sabbatical ein, will aber zur neuen Saison wieder einsteigen. Seine Erfolge mit Barca – Enrique holte zwischen 2014 und 2017 neun Titel, darunter 2015 den in der Champions League – machen ihn für jeden Topklub in Europa interessant. Angeblich hat sich Klubbesitzer Roman Abramowitsch bereits auf Enrique als Conte-Nachfolger festgelegt.

Real Madrid

Die Situation: Wer in Madrid Trainer ist, muss Titel gewinnen. Das gilt für den königlichen Klub mehr als für alle anderen. Unter Zinedine Zidane holte Real als erste Mannschaft zwei Champions-League-Titel in Folge. Doch in dieser Saison bleibt der Erfolg weitgehend aus. Real hat keine Chance mehr auf die Meisterschaft und scheiterte im Pokal an Zweitligist Leganes. Zidane kann eigentlich nur der erneute Triumph in der Königsklasse retten. Allerdings ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass der Franzose am Saisonende von sich aus hinwirft. Zuletzt hatte Zizou mehrfach öffentlich Amtsmüdigkeit signalisiert.

Die Kandidaten: Mauricio Pochettino, Jürgen Klopp (FC Liverpool), Guti (Trainer von Real Madrids A-Jugend)

Die heißeste Spur: Führt nach London. Pochettino ist der Shootingstar unter den Trainern in Europa und steht schon länger unter Beobachtung der Real-Scouts. Präsident Florentino Perez soll ein großer Fan von Pochettino sein, der als Argentinier auch keinerlei Sprachbarrieren zu überwinden hätte. Da Pochettino bei Tottenham noch bis 2021 unter Vertrag steht, dürfte er sehr teuer werden – für Real war das aber noch nie ein Hindernis. Tottenham will Pochettino unbedingt behalten, doch wenn Real Madrid anklopft, sind schon ganz andere weich geworden.