Hat Bayern bei ihm einen Fehler begangen?

Bis zu 28,5 Millionen Euro legt der FC Bayern München für Mathys Tel auf den Tisch - eine unfassbare Ablösesumme für einen 17 Jahre alten Stürmer, der bei seinem Ex-Verein Stade Rennes kein einziges Profi-Tor geschossen hat. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Dennoch traut Julian Nagelsmann dem Offensiv-Juwel zu, dass er „einer der besten Stürmer“ werden und „eines Tages 40 Tore pro Saison“ für die Bayern schießen könne.

Im Gegensatz zu Tels Ablöse kommen einem die 1,25 Millionen Euro, die der FC Augsburg für Dejan Pejcinovic erhalten hat, beinahe lächerlich vor. Doch auch der VfL Wolfsburg weiß jetzt ein echtes Sturmtalent in seinen Reihen. Ein Talent, das schon Edin Dzeko genannt wird - und eine Bayern-Vergangenheit hat!

Bayern sortierten Pejcinovic aus

Bis Sommer 2017 durchlief Pejcinovic die Jugendabteilung des deutschen Rekordmeisters. Endstation beim FCB war für den Offensivspieler jedoch schon in der U12.

„Der Klub meinte, es reicht nicht für mich. Das war nicht einfach“, erinnerte sich der Angreifer in einem Interview mit dem kicker. Eine Rückkehr nach München war daher keine Option: „Einerseits war ich damals enttäuscht, aber auch bei Bayern hätte ich wohl nicht die Perspektive gehabt, die mir der VfL aufzeigen kann.“

Zwar gab es laut Pejcinovic zuletzt „nochmal Kontakt“ zum deutschen Rekordmeister, allerdings war „das für mich nicht wirklich ein Thema“, sagte er.

Stattdessen sorgte der Teenager in den DFB-Nachwuchsteams für Furore. 15 Treffer in 16 Länderspielen bei der U-17-Nationalmannschaft, davon alleine zwölf in der EM-Qualifikation, riefen europäische Spitzenvereine wie Ajax Amsterdam, Juventus Turin, den FC Chelsea oder Manchester City auf den Plan.

Zwei Hoffnungsträger für die Zukunft

Letztlich überzeugte aber der VfL Wolfsburg Pejcinovic. Wachsen in Wolfsburg und München zwei Sturmjuwele heran, die die Torjägerliste der Bundesliga in Zukunft womöglich sogar anführen können?

Möglich ist es - zumindest verfügen sowohl Pejcinovic als auch Tel über die entsprechenden Anlagen.

Bei der diesjährigen U17-Europameisterschaft fand der erste kleine Schlagabtausch zwischen den beiden Youngsters statt. Während Tel im Laufe des Turniers drei Tore erzielte und mit Frankreich zum Titel stürmte, netzte Pejcinovic für das deutsche Team einmal ein.

Im dortigen Viertelfinale kämpften die beiden Protagonisten unmittelbar gegeneinander um das Weiterkommen. Die Partie zwischen Frankreich und Deutschland ging ins Elfmeterschießen, wo Tel sowie Pejcinovic jeweils antraten und Nervenstärke bewiesen. Schlussendlich hatten die Bleus das bessere Ende auf ihrer Seite.

Erst die kommenden Monate und Jahre werden aber zeigen, welches Talent den wichtigeren Karriereschritt in der Bundesliga meistert und sich schneller im Profigeschäft etablieren kann.

Pejcinovics besonderer Spitzname

Während Tel bei den Bayern in die gigantischen Fußstapfen von Robert Lewandwoski tritt, eifert auch Pejcinovic in Wolfsburg einer Klub-Ikone nach. „Aus der Mannschaft haben mir einige schon den Spitznamen „Dzeko“ gegeben, weil wir vom Spielertyp ähnlich sein sollen“, erzählte er.

Einige Experten haben den Nachwuchsmann ebenso mit dem heutigen Inter-Star vergleichen. Laut Pejcinovic sei er selbst ein Stürmer, „den man vorne durchaus anspielen kann.“ Darüber hinaus nannte er „das Kopfballspiel und den Torabschluss“ als seine Stärken. (ÜBERSICHT: Die fixen Transfers aller Bundesliga-Klubs)

Exakt diese Fähigkeiten sind es auch, über die sich das Vorbild des Angreifers profiliert: „Schon seit einigen Jahren bin ich Fan von Harry Kane. Da habe ich mir schon viel abgeschaut, ich habe ihn in der Nations League beim Spiel der Engländer in München gegen Deutschland schon live spielen sehen.“

Möglicherweise hat sich Pejcinovic vom Engländer bereits etwas angeeignet, das ihn zu Einsatzminuten im Profiteam des VfL verhilft. Es sei dessen Ziel, in den Bundesligakader zu kommen, „aber es ist auch von mir gewünscht, dass ich Spielpraxis in der U19 sammeln werde, wenn es noch nicht reicht.“

Über seine ersten Eindrücke in Wolfsburg berichtete Pejcinovic nur Positives: „Es ist eine junge Mannschaft, viele coole Spieler. Ein Spieler wie Maximilian Arnold nimmt mich an die Hand und zeigt mir Dinge, die ich besser machen kann. Das ist mir wichtig. Nach dem ersten Tag beim VfL hatte ich das Gefühl, dass ich schon ein paar Monate hier bin. Das gibt mir die Überzeugung, mich richtig entschieden zu haben.“

Alles zur Bundesliga auf SPORT1:


Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.