Bayerische Polizei weitet Probeeinsatz von Tasern aus

Ein Taser nach dem Abschuss

Die bayerische Polizei weitet den Testeinsatz von Tasern aus. Die Elektroschocker würden ab Mitte 2018 auch bei den sogenannten Unterstützungskommandos der Bereitschaftspolizei und der Polizeipräsidien von Mittelfranken und München eingeführt, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in Nürnberg. Bereits seit 2006 werden die Geräte demnach schon von den Spezialkommandos der bayerischen Polizei probeweise verwendet.

Der Testlauf ist auf ein Jahr ausgelegt und soll zudem auch die Einsatzzüge in Aschaffenburg, Kempten, Regensburg und Straubing einbinden. Eine Ausstattung des normalen Streifendiensts ist nicht geplant. "Der Taser ist kein Allerweltseinsatzmittel", erklärte Herrmann. Die Distanzelektroimpulsgeräte würden auch künftig nur "unter ganz bestimmten Voraussetzungen" eingesetzt.

Herrmanns Angaben zufolge prüften Experten im Innenministerium die Erfahrungen mit dem Tasereinsatz der Spezialkommandos und kamen zu dem Schluss, dass diese neben Schlagstock, Pfefferspray und Schusswaffe eine "zusätzliche Handlungsalternative" für Beamte in bestimmten Situationen seien - beispielsweise wenn ein Mensch im Drogenrausch eine Gefahr für sich und andere darstelle.

In akut lebensbedrohlichen Einsatzlagen darf der Taser demnach allerdings nicht eingesetzt werden, weil er einen Angreifer nicht in jedem Fall zuverlässig außer Gefecht setzt, betonte Herrmann. "In diesen Situationen müssen unsere Polizisten auch künftig grundsätzlich zur Schusswaffe greifen, um schnellstmöglich ihr eigenes Leben oder das von bedrohten Personen zu schützen."