Bayer verkauft Covestro-Aktien im Milliardenwert und rüstet die Bilanz für die Monsanto-Übernahme

Bayer hat Covestro-Aktien im Wert von rund 2,2 Milliarden Euro verkauft – und macht damit einen weiteren Schritt in Richtung Monsanto-Deal.


Pharmariese Bayer hat sich von Covestro-Aktien im Wert von rund 2,2 Milliarden Euro getrennt. Der Konzern vollzieht damit einen weiteren Schritt zur Vorbereitung auf die näher rückende Übernahme von Monsanto und hat dazu nun auch die letzten verbleibenden Anteile an seiner früheren Kunststoff-Tochter verkauft.

28,81 Millionen Aktien oder 14,2 Prozent an Covestro seien zum Stückpreis von 75,50 Euro verkauft worden, teilte der Konzern am Freitag mit. Der Erlös lag bei 2,2 Milliarden Euro. „Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis, das wir schneller erreicht haben als angenommen“, sagte Finanzvorstand Johannes Dietsch.

Nach der Transaktion hält die Bayer AG lediglich noch einen Anteil von knapp sieben Prozent an Covestro, um die 2017 begebene Umtauschanleihe mit Fälligkeit im Jahr 2020 zu bedienen. Diese Aktien habe man vom Bayer Pension Trust erworben, der nun seinerseits keine Covestro-Aktien mehr besitze. Bereits Anfang des Jahres hatte Bayer Covestro-Aktien im Wert von knapp 1,5 Milliarden Euro veräußert.


Nach dem Verkauf des letzten Pakets an Covestro-Aktien wird der Leverkusener Konzern aller Voraussicht nach erstmals seit langer Zeit über eine Netto-Cashposition verfügen. Ende März wies er noch eine Nettoverschuldung von etwas mehr als 1,6 Milliarden Euro aus.

Rund drei Milliarden Euro sind dem Konzern vor wenigen Wochen außerdem über eine vom singapurischen Staatsfonds Temasek gezeichnete Kapitalerhöhung zugeflossen. Geplant ist ferner, die Platzierung einer großen Kapitalerhöhung in möglicherweise zweistelliger Höhe am Markt.

Für die Übernahme des amerikanischen Saatgutkonzerns Monsanto benötigt Bayer umgerechnet etwa 52 Milliarden Euro, wenn man die mit zu erwerbenden Finanzschulden von Monsanto mit einbezieht. Bayer will die Transaktion noch im zweiten Quartal vollziehen. Die noch ausstehende Genehmigung der US-Behörden dürfte in den nächsten Wochen erfolgen.

Die EU hat bereits grünes Licht gegeben, nachdem Bayer den Verkauf seines eigenen Saatgutgeschäfts sowie Teile seiner Pflanzenschutzaktivitäten an BASF vereinbart hatte. Im Zuge dieser von den Kartellwächtern erzwungenen Desinvestitionen werden dem Konzern 7,6 Milliarden Euro zufließen, die Bayer ebenfalls bei der Finanzierung des Monsanto-Deals helfen.