Bayer wegen Roundup unter Druck: US-Regierung gegen Berufung

(Bloomberg) -- Die US-Regierung hat den Supreme Court aufgefordert, eine Berufung der Bayer AG zu einem kalifornischen Schadenersatzfall um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup abzuweisen. Das würde den Weg ebnen für potenzielle Milliardenklagen, in denen argumentiert wird, Roundup verursache Krebs und sei nicht entsprechend gekennzeichnet gewesen.

Bayer verloren am Mittwoch um bis zu 7,6%, der größte Absturz seit mehr als einem Jahr. Um 9:36 Uhr standen die Anteilsscheine um 6,3% niedriger mit 57,99 Euro auf dem Kurszettel.

Bayer ficht eine Zahlung von 25 Millionen Dollar an, zu der sie verurteilt wurde, weil ein kalifornischer Roundup-Nutzer seine Erkrankung mit dem Non-Hodgkin-Lymphom auf jahrzehntelange Verwendung des Herbizids zurückgeführt hat. In dem Fall hat Bayer argumentiert, dass Warnhinweise zu dem Mittel durch die Regierung genehmigt worden seien, weswegen die Klage nicht weitergeführt werden dürfte.

“Die Genehmigung einer Kennzeichnung, die nicht vor bestimmten chronischen Risiken warnt, hebt nicht per se eine staatliche Vorschrift auf, die solche Warnungen vorschreibt”, erklärte US-Solicitor General Elizabeth Prelogar, die oberste Prozessvertreterin der Regierung, laut Gerichtsunterlagen am Dienstag. Das stellt einen Positionswechsel dar für die Regierung, die sich unter Donald Trump weitgehend auf die Seite von Bayer gestellt hatte.

Der Fall ist ein Test für potenziell Zehntausende weitere. Ein Sieg vor dem Supreme Court würde Bayer schätzungsweise 3 Milliarden Dollar einsparen von den 16 Milliarden Dollar, die das Unternehmen für die Beilegung aller Rechtsstreitigkeiten zurückgestellt hat, so Bloomberg Intelligence-Analystin Holly Froum. Bayer hatte letztes Jahr gesagt, dass ein Urteil des Obersten Gerichtshofs zu seinen Gunsten den Roundup-Rechtsstreit in den USA “effektiv und weitgehend beenden” würde.

“Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Supreme Court den Fall anhört und anschließend zu (Bayers) Gunsten entscheidet”, so Jefferies-Analyst Charlie Bentley in einem Kommentar.

Nach der üblichen Praxis des Gerichts werden die Richter wahrscheinlich bis Anfang Juli mitteilen, ob sie die Berufung von Bayer hören werden. Sie hatten im Dezember Prelogar um Stellungnahme gebeten, müssen sich ihrer Auffassung allerdings nicht anschließen.

Bayer hat die Haftung für Roundup geerbt, als es 2018 Monsanto übernahm. Das Unternehmen “glaubt weiterhin, dass es starke rechtliche Argumente gibt, die eine Überprüfung und Aufhebung durch den Obersten Gerichtshof unterstützen”, so Bayer in einer Erklärung. “Unabhängig vom endgültigen Ergebnis des Obersten Gerichtshofs ist das Unternehmen voll und ganz vorbereitet, die Risiken aus Rechtsstreitigkeiten zu managen und den Roundup-Rechtsstreit abzuschließen.”

Der Fall ist Monsanto v. Hardeman, 21-241.

Überschrift des Artikels im Original:

Supreme Court Urged by US to Reject Bayer Roundup Appeal (1)

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