Bayer verspricht sich von Biotech neue Therapien diese Dekade

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(Bloomberg) -- Als Peter Nell vor Jahren die Bayer AG verließ, wollte er zu einem jungen, innovativen Biotech-Unternehmen auf der Suche nach bahnbrechenden Therapien.

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Heute ist er Chief Business Officer von Mammoth Biosciences Inc. und seit neuestem Partner der Pharmasparte von Bayer. Nells ehemaliger Arbeitgeber hat sich seit seinem Weggang mächtig verändert, etwa durch eine Reihe von Übernahmen im Bereich neuer Zell- und Gentherapien.

“Vor fünf Jahren hätte ich in dieser Situation gezögert, mich für Bayer zu entscheiden”, sagte Nell in einem Interview. “Jetzt war es eine klare Sache.”

Für Bayer ist die am Montag bekannt gegebene Partnerschaft ein wichtiger Puzzlestein, der bei der Entwicklung von Medikamenten der nächsten Generation noch gefehlt hat, sagt Stefan Oelrich, der im November 2018 die Leitung der Pharmasparte von Bayer übernommen hat. Bayer möchte sein erstes solches Mittel noch in diesem Jahrzehnt auf den Markt bringen.

“Unsere Transformation ist in vollem Gange”, sagte Oelrich in einem Interview. “Es geht in gewisser Weise nicht mehr darum, wen wir an Bord haben wollen. Es geht auch darum, wer uns an Bord haben will.”

Bayer hat in den letzten Jahren unter anderem BlueRock Therapeutics und Asklepios BioPharmaceutical, beide aus den USA, übernommen. Oelrich geht davon aus, dass beide Unternehmen eng mit der kalifornischen Mammoth zusammenarbeiten werden.

Mammoth selbst wurde unter anderem von Jennifer Doudna gegründet, die 2020 den Nobelpreis für Chemie erhielt für ihre Arbeit an der Entwicklung einer Methode zum Editieren von Genen. Diese Methode - eine Art molekulare Schere, mit der fehlerhafte Teile von Genen präzise ausgeschnitten werden können - macht es möglich, die DNA eines lebenden Organismus umzuschreiben.

Bayer will diese Technologie in fünf Bereichen einsetzen, angefangen bei Erkrankungen, bei denen Medikamente auf die Leber abzielen. Dafür zahlen die Leverkusener 40 Millionen Dollar vorab und möglicherweise mehr als 1 Milliarde Dollar bei Erreichung von definierten Meilensteinen.

Oelrich will mit Mammoth die bestehende Pipeline von Bayer ausbauen mit derzeit sieben Zell- und Gentherapiekandidaten, die sich in frühen Phasen der klinischen Prüfung befinden zur Behandlung von Krankheiten wie Parkinson.

“Es kann sein, dass alle diese sieben scheitern”, sagte Oelrich über die aktuellen Wirkstoffe. “Aber wenn wir so viele Schüsse abgeben, sollte irgendeiner mal die Zielscheibe treffen.”

Während Bayer sich mit den Biotech-Akquisitionen versucht zu transformieren, muss das Unternehmen nach wie vor große Ressourcen für die Vergangenheitsbewältigung aufwenden, speziell der Monsanto-Übernahme mitsamt der folgenden Gerichtsverfahren zum Unkrautvernichtungsmittel Roundup. Auf die Pharmasparte wiederum kommen Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe zu, da Patente für ihre umsatzstärksten Medikamente - den Blutverdünner Xarelto und das Augenmedikament Eylea - demnächst auslaufen.

Oelrich glaubt jedoch, dass die Richtung stimmt: Im Oktober konnte Bayer eine teilweise Verlängerung des Xarelto-Patents in Europa durchsetzen. Darüber hinaus schneiden einige der neueren Medikamente in klinischen Studien und bei ihren ersten Umsätzen besser ab. Das Nierenmittel Kerendia und das Prostatakrebsmedikament Nubequa etwa könnten Blockbuster werden.

Überschrift des Artikels im Original:

Bayer Sees Biotech Push Yielding New Therapies This Decade

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