Monsanto-Übernahme verzögert sich – die Bayer-Bilanz in der Blitzanalyse

Der Pharmakonzern Bayer hat im vergangenen Jahr operativ nicht zugelegt. Die Übernahme von Monsanto verzögert sich. Die Blitzanalyse.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat seine Jahresbilanz vorgelegt. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

  • Betriebsgewinn (Ebitda) vor Sondereinflüssen stagniert bei 9,29 Milliarden Euro
  • Umsatz stagniert bei 35 Milliarden Euro
  • Konzern macht weitere Kartell-Zugeständnisse bei Monsanto und erwartet die Übernahme nun im zweiten Quartal.
  • Bayer prognostiziert wegen des schwachen Dollars für 2018 ein Ergebnis auf Vorjahresniveau
  • Die Bayer-Aktien fallen um bis zu 3,7 Prozent auf ein Fünfzehn-Monats-Tief von 94,43 Euro.

Kurz vor der geplanten Übernahme von Monsanto zeigt sich Bayer im operativen Geschäft in vergleichsweise schwacher Verfassung. Im vierten Quartal ging der Gewinn in zwei der drei Kernsparten weiter deutlich zurück, was auch an der Dollarschwäche lag. Insgesamt trafen die Ergebnisse überwiegend die Erwartungen der Analysten.

Das fällt positiv auf

Pharma als Gewinnbringer: Die Pharmasparte bleibt bei Bayer der Stabilitätsanker. Ihr Umsatz stieg im vergangenen Jahr nominal um 2,6 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro und der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen um 8,8 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Gedrückt wurden die Ergebnisse vom schwachen Dollar. Wechselkursbereinigt legte die Sparte kräftiger zu. Positiv zeigt sich zudem die bilanzielle Verfassung von Bayer. Die Nettoverschuldung sank 2017 um 70 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro.

Das fällt negativ auf

Probleme im Agrarbereich: Sowohl die Sparte rezeptfreie Medikament wie das Agrarchemiegeschäft sind im vergangenen Jahr teils deutlich geschrumpft. Bei den freien Arzneien sank der Umsatz um drei Prozent und der Gewinn um 13 Prozent. Hier treffen Bayer nicht nur Währungseffekte, sondern operative Probleme, die sich im vierten Quartal noch verstärkt haben. Schwach präsentiert sich die Sparte Crop Science, die bald mit Monsanto fusionieren soll. Der Gewinn sank hier um 16 Prozent auf zwei Milliarden Euro, was ebenfalls auf einen Mix auf Währungseffekten und strukturellen Problemen zurückzuführen ist. 

Was jetzt passiert

Vorsichtiger Ausblick: Für das Gesamtjahr 2018 bleibt Bayer vorsichtig und geht derzeit nur von einem stagnierenden Ergebnis aus. Das liegt zum großen Teil an dem erwarteten schwachen Dollar. Wechselkursbereinigt soll der Umsatz im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich und das Ergebnis im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Schon jetzt ist absehbar, dass Bayer Produktionsprobleme im Pharmageschäft belasten werden.

In der Prognose ist die Übernahme von Monsanto noch nicht eingerechnet. Sie verzögert sich weiter. Bayer rechnet nun erst im zweiten Quartal mit einem Closing, da sich die Verhandlungen mit den Kartellbehörden hinziehen. Der Konzern bestätigte, ihnen weitere Zugeständnisse gemacht zu haben: Bayer will im Zuge der Transaktion nun auch das Gemüsesaatgutgeschäft abgeben, was ein geschätztes Volumen von rund 400 Millionen Euro hat. Dazu kommen weitere Geschäfte, die Bayer nicht näher definierte. Hier dürfte es sich um Lizenzen für die Plattform zur digitalen Landwirtschaft handeln.