Bayer hinkt bei Aspirin-Lieferungen hinterher

Der Schiftzug "Aspirin" in der Bayer Bitterfeld GmbH. Der Pharmakonzern Bayer hat einen Engpass in der Auslieferung von flüssigem Aspirin. Foto: Peter Endig/Archiv

Wegen Mängeln in der Produktion kommt es bei Bayer zu Lieferengpässen bei flüssigem Aspirin. Das Medikament wird häufig bei Herzinfarkten eingesetzt.

Leverkusen (dpa) - Der Pharmakonzern Bayer hat Probleme bei der Auslieferung von flüssigem Aspirin. «Wir sind derzeit eingeschränkt lieferfähig», bestätigte eine Sprecherin einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».

Demnach ist das Medikament «Aspirin i.v.» betroffen, das als Injektion oder Infusion zur Blutverdünnung - etwa bei Herzinfarkten - eingesetzt wird.

Grund zur Sorge besteht laut Christoph Dodt, Präsident der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin, allerdings nicht: «Das kann man auch oral als Tablette verabreichen», erklärt Dodt. Diese Methode habe in den allermeisten Fällen keine Nachteile gegenüber einer Injektion.

Als Grund für die Lieferengpässe nannte Bayer Mängel in der Produktion. «Die Ware konnte nicht freigegeben werden», so die Sprecherin. Man gehe von längerfristigen Einschränkungen von voraussichtlich sechs Monaten aus. Notfallwagen und Rettungsstellen würden vorrangig beliefert, um dort eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte teilte auf Nachfrage mit, der Engpass bei «Aspirin i.v.» sei bereits gemeldet worden. Da Bayer der einzige Hersteller des Medikaments ist, stufte das Institut das Mittel als «versorgungskritisch» ein. Man stehe nun im engen Kontakt mit dem Pharmakonzern, um die Versorgung aller Patienten mit der flüssigen Variante so schnell wie möglich wieder sicherzustellen, sagte ein Institutssprecher.