Bayer erzielt Einigung mit Klägeranwälten in Streit um Roundup

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Bayer-Logo am Hauptsitz in Leverkusen

Im Streit um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup hat der Chemiekonzern Bayer eine neue Einigung mit den Klägeranwälten erzielt. Der Antrag auf eine Genehmigung des Vergleichs sollte am Mittwoch beim zuständigen Richter im US-Bundesstaat Kalifornien eingereicht werden, wie Bayer mitteilte. Teil der Einigung ist eine Zusage Bayers von bis zu zwei Milliarden Dollar (knapp 1,7 Milliarden Euro) für künftige Ansprüche und die Gründung eines wissenschaftlichen Beratungsgremiums, dessen Erkenntnisse nicht rechtlich bindend sein sollen.

Bayer hat im vergangenen Juni eine Einigung mit zehntausenden Klägern verkündet, die Roundup für Krebserkrankungen verantwortlich machen. Vorgesehen waren demnach bis zu 10,9 Milliarden Dollar an Entschädigungen. Der kalifornische Richter Vince Chhabria, der die Einigung absegnen muss, zeigte sich in der Folge aber "skeptisch" hinsichtlich der "Angemessenheit und Fairness" des Vergleichs.

Dabei ging es unter anderem um die vorgesehene Einsetzung eines Wissenschaftlergremiums zur Klärung der Frage, ob Roundup Krebs verursacht. Richter Chhabria warf die Frage auf, warum künftige Kläger darauf verzichten sollten, dass ein Geschworenengremium bei Gericht über den möglichen Zusammenhang zwischen dem Einsatz des Unkrautvernichters und einer Krebserkrankung entscheidet.

Die Streitparteien beschlossen daraufhin, ihren Antrag zurückzuziehen, um sich umfassend mit den Fragen des Gerichts befassen zu können. Im November gab Bayer zusätzliche Rückstellungen in Höhe von zwei Milliarden Dollar für künftige Forderungen bekannt. Bayer erklärte nun zudem, Erkenntnisse des geplanten wissenschaftlichen Beratungsgremium könnten zwar in künftige Gerichtsverfahren als Beweismittel einfließen; rechtlich bindend sollten sie aber nicht sein.

Der Streit um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter belastet Bayer seit der Mega-Übernahme des US-Agrarkonzerns und Roundup-Herstellers Monsanto im Jahr 2018. Die Frage, ob Glyphosat eine krebsauslösende Wirkung hat, sorgt immer wieder für Diskussionen.

Die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) erklärte 2015, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei. Umweltbehörden der EU, in Deutschland und in den USA sind dagegen zu dem Schluss gelangt, dass von Glyphosat keine Krebsgefahr ausgehe.

fs/isd