Bayer beantragt bei EU-Kommission Zulassung der Fusion mit Monsanto

Der deutsche Chemieriese Bayer hat bei der EU-Wettbewerbsbehörde die Zulassung der geplanten Fusion mit dem US-Saatguthersteller Monsanto beantragt. Bayer will die Übernahme bis Ende 2017 abschließen, bei der es um 66 Milliarden Dollar geht

Der deutsche Chemieriese Bayer hat bei der EU-Wettbewerbsbehörde die Zulassung der geplanten Fusion mit dem US-Saatguthersteller Monsanto beantragt. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts" und erklärte, Bayer wolle die Übernahme bis Ende 2017 abschließen. Dabei geht es um 66 Milliarden Dollar (58 Milliarden Euro).

Damit beginnt nun auch in Europa die kartellrechtliche Prüfung des umstrittenen Zusammenschlusses, mit dem das Leverkusener Unternehmen zum Weltmarktführer in der Agrarchemie aufsteigen will. Die EU-Kommission als Kartellwächterin muss die Übernahme von Monsanto durch Bayer genehmigen. In den USA läuft das behördliche Verfahren zur Kartellfreigabe bereits. Gegenüber Monsanto gibt es allerdings vielerorts Vorbehalte, weil das Unternehmen neben dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat auch gentechnisch veränderte Pflanzen herstellt.

Die Grünen-Politiker Anton Hofreiter und Katharina Dröge forderten EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager auf, "die rote Karte" zu ziehen und "die gefährliche Fusionsspirale im Agrarmarkt" zu stoppen. Auch die Bundesregierung dürfe "nicht länger die Hände in den Schoß legen, wenn es um Artenvielfalt und Ernährungssicherung geht". Sie solle die EU-Kommission dazu auffordern, auch die Folgen der Fusion für die Umwelt zu prüfen, forderten Hofreiter und Dröge.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warnte, eine Genehmigung der Fusion habe "fatale" Folgen für die weltweite Agrarproduktion und Nahrungsmittelsicherheit. "Mit der Kontrolle über das Saatgut würde Bayer-Monsanto einen Markt beherrschen, der so existentiell ist wie kein anderer", erklärte BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer. Bayer übernehme mit Monsanto auch "dessen miserablen Ruf, den er vor allem Glyphosat und Gentechnik" verdanke.

Bayer korrigierte am Freitag zudem überraschend seine Geschäftsprognose für das laufende Jahr nach unten. Unerwartet hohe Bestände an Pflanzenschutzmitteln noch nach dem Ende der Erntesaison in Brasilien würden das Ergebnis um 300 bis 400 Millionen Euro belasten, teilte der Konzern mit. Hinzu kämen ein verschlechtertes Währungsumfeld und ein schwächeres Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten.