Bauwirtschaft: Hätten uns anderen Ministeriumszuschnitt gewünscht

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Bauwirtschaft sieht es kritisch, dass in einer neuen Bundesregierung das Innenministerium auch für Bauen zuständig sein soll. "Wir hätten uns etwas anderes gewünscht", sagte eine Sprecherin des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) am Mittwoch. Sie hätten für eine Zusammenführung mit dem Verkehrsressort plädiert, weil es mehr Überschneidungen gebe, etwa beim Straßenbau und bei anderen öffentlichen Investitionen.

"Nichtsdestotrotz werden wir damit umgehen müssen", sagte sie. Bayern habe mit einer solchen Aufteilung gute Erfahrungen gemacht und eine starke Bauverwaltung. Dort ist das Innenministerium bereits für Bauen, aber auch Verkehr verantwortlich. In einer neuen schwarz-roten Bundesregierung soll nun CSU-Chef Horst Seehofer Bundesinnenminister werden und ebenso die Bereiche Bau und Heimat verantworten.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), der vor allem große Unternehmen vertritt, äußerte sich ebenfalls zurückhaltend zum Zuschnitt. "Das ist eher ein Wermutstropfen", sagte ein Sprecher. Inhaltlich gebe es im Koalitionsvertrag aber mit den geplanten Investitionen in Infrastruktur und Wohnungsbau richtige Ansätze. Zuletzt waren die Ressorts Bauen und Umwelt in einem Ministerium zusammengelegt, was die Bauverbände ebenfalls kritisiert hatten.