Baustoffkonzern Knauf übernimmt US-Konkurrenten USG

Alexander Knauf ist am Ziel: Der Chef des gleichnamigen Baustoffkonzerns kann den US-Konkurrenten USG übernehmen. Doch der Preis ist hoch.


Es ist das Ende einer langen Übernahmeschlacht: Der Baustoffhersteller Knauf übernimmt den US-Konkurrenten USG für sieben Milliarden Dollar.

Ende März hatte der geschäftsführende Gesellschafter des Gips- und Baustoffherstellers Knauf, Alexander Knauf, ein Übernahmeangebot für den US-Konkurrenten USG offeriert und war zunächst nicht auf Gegenliebe gestoßen.

Im Gegenteil, das Management lehnte zunächst sogar Gespräche kategorisch ab. Dabei hatte Knauf bereits Warren Buffett, der mit seiner Investmentholding Berkshire Hathaway etwas mehr als 30 Prozent der Aktien hält, auf seine Seite gezogen.


Das war überraschend, weil sich Buffett sonst eher auf die Seite des Managements schlägt. Die Fronten waren lange verhärtet, erst im Mai konnten Verhandlungen aufgenommen werden.

Nun muss Knauf allen Aktionären zwei Dollar mehr zahlen, es sind jetzt 44 statt die ursprünglich angebotenen 42 Dollar. Statt 5,9 Milliarden US-Dollar kostet Alexander Knauf, der gemeinsam mit dem familienfremden Manfred Grundke das Unternehmen seit 2012 führt, die Übernahme nun sieben Milliarden US-Dollar.

Der 43-jährige Alexander Knauf ist der Sohn von Baldwin Knauf. Dieser bestimmte seit 1969 gemeinsam mit seinem Cousin Nikolaus die Geschäfte des Baustoffkonzerns in Familienhand. 2008 wechselten die Cousins in den Gesellschafterausschuss und sind dort im jährlichen Wechsel als Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender verantwortlich.

Für das 1932 gegründete Unternehmen aus Iphofen ist das die größte Übernahme in der Firmengeschichte.
Bislang beschäftigte Knauf mehr als 27 400 Mitarbeiter und setzte im Jahr 2017 rund sieben Milliarden Euro um. Knauf ist bereits seit mehr als zehn Jahren mit zehn Prozent an USG beteiligt und zahlt nun das 11,6-fache des Ebitda. Das USG-Management zeigte sich nun zufrieden mit dem Kaufpreis, der vor allem in bar gezahlt werden soll.