Baustelle: Drängeln, staunen, diskutieren im Humboldt Forum

Gedrängel herrscht vor der Statue des Antinous

"Richtung Spree, da muss es sein", vier junge Leute laufen in großen Schritten über den Alexanderplatz und unterhalten sich aufgeregt mit sächsischem Akzent. "Da wollte ich schon immer mal hin", sagt ein junger Mann und fragt seine Begleiterin: "Ist die Sache mit dem Kreuz mittlerweile entschieden?" – "Ja, es kommt auf die Kuppel", sagt sie – und auch, was sie vom Ausgang des jüngsten Berliner Schloss-Streites hält: "Wenn es historisch so war, finde ich es okay, aber von mir aus hätte auf dem Schloss auch ein Halbmond sein können. Oder eine Sonne. Es soll doch ein Ort für alle Menschen sein." Sie lacht, als sich Passanten umdrehen.

An vergangenen Wochenende hatten viele Menschen zwischen Fernsehturm und Berliner Dom dasselbe Ziel. Das Berliner Stadtschloss hatte zur "Offenen Baustelle" eingeladen, und auch wenn es bereits das fünfte Event dieser Art seit der Grundsteinlegung 2013 war – das Interesse war riesig. Mit bis zu 20.000 Gästen rechne man, hatte der Förderverein Berliner Schloss im Vorfeld angekündigt. Ab Sonnabendfrüh bildeten die Schlossgäste einen konstanten, diskussionsfreudigen Strom.

"Wegen Grundwasser!" – "Denkmal!" – "Großer Kurfürst! – "Und 500 Millionen Euro von unseren Steuern!" Wer glaubt, dass die Hauptstadtbewohner das ewige Umgraben ihrer Stadt irgendwann satt haben müssten, irrt. Seit der Potsdamer Platz Anfang der 90er-Jahre erstmals als "Schaustelle" die Berliner einlud, dem Wiederentstehen ihrer Stadt persönlich beizuwohnen, gehört die Visite von Sand...

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