Bauernverband: Vorerst Phase der Unsicherheit auf Agrarmärkten

BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Bauernverband rechnet mit einer vorerst unsicheren Marktlage wegen der Corona-Krise und appelliert auch an die Verantwortung der großen Handelsketten. "Die Marktsituation ist außergewöhnlich - Umsatzrekorde in den Supermärkten auf der einen, die komplette Schließung der Gastronomie auf der anderen Seite", sagte Generalsekretär Bernhard Krüsken der Deutschen Presse-Agentur. Landwirte müssten sich auf eine Phase der Unsicherheit einstellen, solange die allgemeine Konjunktur schwächele. "Die Nachfrage nach Lebensmitteln ist aber nicht grundsätzlich eingebrochen."

Krüsken betonte: "Die großen Handelsketten stehen mit ihrer Einkaufsmacht bei Lebensmitteln jetzt in der Mitverantwortung, eine Wertevernichtung wie in der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 zu vermeiden." Der Verband gehe zudem davon aus, dass die EU-Maßnahmen zur Lagerhaltung von Milchprodukten sowie von Rind- und Schaffleisch die Märkte kurzfristig stabilisierten. Die EU-Kommission hatte unter anderem Beihilfen für die private Lagerhaltung vorgeschlagen, um sinkende Preise zu vermeiden.

Nach einem neuen Marktbericht des Bauernverbands führen die massiven Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie zu einer "noch nie gesehenen Marktsituation". Die gesamte Logistik stehe bei Transport, Verarbeitung, Verpackung und Verteilung unter Stress. Größere Unterbrechungen der Lebensmittelketten hätten bisher aber vermieden werden können. Eine Agrarpreiskrise sei keineswegs programmiert. Die Verbraucherpreise für viele frische Lebensmittel seien derzeit höher als vor einem Jahr. In den vergangenen Wochen zögen auch bei Gemüse Preise coronabedingt an, heißt es im Bericht, der der dpa vorliegt.