Bauernverband hält Debatte über Glyphosat für übertrieben

Glyphosat ist umstritten

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Debatte über das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat als übertrieben kritisiert. Die Diskussion sei "eine politische Frage, keine wissenschaftliche", sagte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken dem "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe). Es gehe längst nicht mehr um den Wirkstoff und seine Eigenschaften an sich, beklagte er.

In Deutschland werde weit weniger Glyphosat eingesetzt als etwa in Nord- oder Südamerika. "Bei uns geht es um einige Hundert Gramm pro Hektar, in Südamerika sind es zum Teil über zehn Kilo pro Hektar", sagte Krüsken.

Die EU-Mitgliedstaaten hatten am Montag einer weiteren Zulassung von Glyphosat zugestimmt. Das Votum gelang, weil Deutschland anders als bislang zustimmte. Weil das Bundesumweltministerium aber gegen eine Verlängerung von Glyphosat war, entzündete sich ein heftiger innenpolitischer Streit.

Die Meinung von Experten über die möglicherweise krebserregende Wirkung von Glyphosat gehen auseinander. Unabhängig davon gilt Glyphosat nach Einschätzung von Umweltschützern allerdings auch als Gefahr für die Artenvielfalt. Für die Landwirte ist Glyphosat hingegen ein effizientes und kostengünstiges Mittel.