Bauernverband: Branchen-Fonds für mehr Tierwohl nicht gefährden

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Eine mögliche neue staatliche Tierwohl-Kennzeichnung für Fleisch im Supermarkt darf nach Ansicht des Bauernverbandes die von Landwirtschaft und Handel getragene "Initiative Tierwohl" nicht gefährden. Diese sei die einzige Initiative, die bis dato erfolgreich sei, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur. "Alles andere hat sich im Markt nicht durchsetzen können." Die "Initiative Tierwohl" sei für ihn daher für die nächsten drei Jahre die Basis.

Bei der 2015 gestarteten Branchen-Initiative erhalten freiwillig teilnehmende Bauern für Zusatzleistungen wie mehr Platz im Stall Geld aus einem Fonds, in den Supermarkt-Ketten einzahlen. Das Budget soll für die Jahre 2018 bis 2020 von bisher 85 Millionen auf 130 Millionen Euro jährlich erhöht werden. Laut dem Bauernverband nehmen künftig 4157 Betriebe mit mehr als 26 Millionen Schweinen teil. Dadurch würden 23 Prozent aller Schweine in höheren Tierwohlstandards leben.

"Wenn wir darüber hinaus über ein staatliches Label beziehungsweise eine Kennzeichnung der Haltungsform diskutieren wollen, sind wir offen und gesprächsbereit - auch, um Dinge zu verzahnen", sagte Rukwied. "Das hängt vom Inhalt und von der Ausgestaltung ab."

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hatte Kriterien für ein staatliches Tierwohl-Label vorgestellt, es bis zur Bundestagswahl aber nicht mehr umgesetzt. Landwirte, die sich für eine freiwillige Teilnahme an der Kennzeichnung interessieren, sollen unter anderem mehr Platz für Schweine im Stall bereitstellen. Ein Label könnte in möglichen Koalitionsgesprächen von Union und SPD wieder Thema werden.