Bauernpräsident befürchtet Ernteausfälle "bis hin zum Totalverlust"

Junge Maispflanzen auf Feld in Brandenburg

Nach der wochenlangen Trockenheit im Norden und Osten Deutschlands rechnet der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, bei der diesjährigen Ernte in den betroffenen Regionen mit Totalverlusten. "Wir haben in diesem Jahr den wärmsten Mai seit Wetteraufzeichnung erlebt", sagte Rukwied der "Bild am Sonntag". Im Norden und Osten Deutschlands vertrockne die Ernte.

Der Bauernverband gehe deshalb in einigen Regionen von Ernteausfällen von 50 bis 60 Prozent aus - "bis hin zum Totalverlust". Dadurch seien Existenzen bedroht. Für die aktuelle Situation seien deshalb Instrumente zur Liquiditätssicherung der Landwirte notwendig, mahnte Rukwied.

Zusätzlich bräuchten Landwirte die Möglichkeit, steuerfreie Rücklagen zum Risikoausgleich zu bilden. Diese könnten nachträglich besteuert werden, wenn sie doch nicht für einen Ernteausfall eingesetzt würden.

Von Anfang bis Ende Mai hatten die Meteorologen beständig steigende Temperaturen verzeichnet. Wärme und starke Sonneneinstrahlung ließen laut Deutschem Wetterdienst die Verdunstungsraten auf sechs bis acht Millimeter pro Tag ansteigen. Vor allem im Norden und Osten herrschte große Trockenheit.

In einigen Regionen wiesen bereits im Mai Wintergetreide, teils auch Sommergetreide und Kartoffelbestände, durch Trockenheit bedingte Schäden auf. Zudem stieg bei überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer die Waldbrandgefahr bis auf die höchste Stufe fünf - insbesondere im Nordosten.