Bau-Tarifrunde vertagt - unterschiedliche Lagebeurteilungen

BERLIN (dpa-AFX) - In den Tarifverhandlungen für rund 850 000 Bau-Beschäftigte gab es in der ersten Runde am Dienstag noch keine Zeichen einer Annäherung. Beide Seiten beurteilten die Lage der Branche gegensätzlich. 80 Prozent der Unternehmen empfänden in der Corona-Krise den Baustellenbetrieb als gestört, teilte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Uwe Nostitz, nach dem Auftakt mit. Aufträge blieben aus, Umsatzeinbußen seien absehbar.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt widersprach. "Die Baubranche läuft nach wie vor auf Hochtouren", betonte ihr Verhandlungsführer Carsten Burckhardt. Es gebe keine Hinweise, dass es schlechter werde, wenn die Corona-Beschränkungen gelockert werden.

Die Gewerkschaft verlangt für die Beschäftigten 6,8 Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 230 Euro. Als ein Knackpunkt erweist sich nach Gewerkschaftsangaben die zusätzliche Forderung eines Wegegelds. Beide Seiten wollen sich am 4. Juni in Berlin wieder an einen Tisch setzen.