Batterie-Hersteller beenden Rechtsstreit - VW begrüßt Deal

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Ein Ladekabel an einem elektrisch betriebenen Passat.
Ein Ladekabel an einem elektrisch betriebenen Passat.

Volkswagen und Ford in den USA können tief durchatmen. Praktisch in letzter Minute legen zwei wichtige Zulieferer ihren Streit bei und verhindern so einen herben Dämpfer für die E-Auto-Produktion.

Seoul (dpa) - Die beiden südkoreanischen Autobatterie-Hersteller SK Innovation und LG Energy Solution haben in den USA einen potenziell folgenschweren Rechtsstreit für die Elektroauto-Produktion beigelegt. Die Einigung in dem zwei Jahre langen Disput verkündeten beide Unternehmen am Sonntag.

Die Muttergesellschaft von LG Energy Solution, LG Chem, hatte SK Innovation (SKI) im April 2019 in den USA wegen des Vorwurfs verklagt, Mitarbeiter abgeworben und Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Durch den Streit geriet zuletzt auch die Erfüllung von Lieferverträgen von Volkswagen und Ford mit SKI in Gefahr. Volkswagen hatte im November 2018 mit SKI einen weiteren Zulieferer für die Akkus von E-Autos gefunden. Volkswagen begrüßte die Einigung, auch US-Präsident Joe Biden äußerte sich erfreut.

Beide südkoreanischen Unternehmen wollen den Angaben zufolge sämtliche Rechtsverfahren in Südkorea und anderen Ländern in Verbindung mit E-Auto-Batterien zurückziehen und die nächsten zehn Jahre auf gegenseitige Klagen verzichten. SKI erklärte sich bereit, zwei Billionen Won (etwa 1,5 Milliarden Euro) in bar und an Lizenzgebühren an LG zu zahlen. Beide Unternehmen hatten sich außerdem gegenseitig mit Patentklagen überzogen.

Südkoreas Handelsministerium begrüßte die Einigung beider Unternehmen, die kurz vor dem Inkrafttreten eines Importverbots in den USA für SKI-Produkte erfolgte. Der Chef der Volkswagen Group of America, Scott Keogh, zeigte sich erfreut, dass beide Batterielieferanten ihre Differenzen beigelegt haben. Nachdem die strittigen Fragen geklärt seien, konzentriere sich VW nun auf den Beginn der US-Produktion des vollelektrischen SUV ID.4 im Jahr 2022.

Die Internationale Handelskommission (ITC) in den USA hatte im Februar in dem Fall zugunsten von LG entschieden. Die Einfuhr von Lithium-Ionen-Batterien durch SKI sollte demnach zehn Jahre verboten werden. Doch sollte SKI Batterien und Teile für die E-Auto-Produktion von Ford vier Jahre lang und für E-Fahrzeuge von Volkswagen zwei Jahre importieren können.

Der Kompromiss zwischen LG und SKI sei ein «Gewinn für amerikanische Arbeiter und die amerikanische Autoindustrie», hieß es in der vom Weißen Haus veröffentlichten Erklärung Bidens. Die USA bräuchten «eine starke, breitgefächerte und belastbare Lieferkette mit US-Basis für E-Fahrzeug-Batterien». Die Einigung verschaffe auch Arbeitern im Georgia einige Erleichterung und neue Chancen für Arbeiter im ganzen Land, sagte Biden in Anspielung auf die Investitionen von SKI in dem US-Bundesstaat.

Im vergangenen Jahr hatte SKI in Georgia seine erste Batterie-Fabrik fertiggestellt, im nächsten Jahr soll von dort die Auslieferung starten. Eine zweite Fabrik befindet sich in Georgia im Bau. Das Unternehmen hatte damit gedroht, die 2,7 Milliarden Dollar teuren Anlagen (2,27 Mrd Euro) aufzugeben, sollte das Importverbot nicht gekippt werden.