Basler Mumie hat überraschende Verwandte

Eine Mumie fasziniert die Welt der Wissenschaft. Es ist keine Mumie aus Ägypten, aus Südamerika oder aus Asien. Nein, diese Mumie wurde in der Schweiz gefunden. "Barfüsser-Mumie" wird sie   genannt, nicht wegen ihrer unbekleideten Extremitäten, sondern wegen ihres Fundortes, der Barfüsser-Kirche in Basel. ´43 Jahre ist das her, und jetzt haben Wissenschaftler das Geheimnis der Mumie entschlüsselt.

Anna Catharina Bischoff, geboren 1719 in Straßburg. 1,42 groß, gestorben 1787. Sie war wohlhabend, hatte sieben Kinder, von denen nur zwei überlebten; aber die haben einen wichtigen Nachfahren: Großbritanniens Außenminister Boris Johnson.

Die Mumie bedeutet viel für die beteiligten Genetiker, Ahnenforscher und Paläontologen. Auch für Frank Rühli, den wohl bekanntesten Schweizer Mumienforscher. Auch er hat in der Vergangenheit an Anna Catharina Bischoff geforscht: "Es ist sicher selten und ein außergewöhnlicher Fall, wo man überhaupt keine Ahnung gehabt hat. In den meisten Fällen ist es zumindest so, dass man schon einen Hinweis hat." Hinweise auf einen Herrscher oder einen Pharao blieben in diesem Fall aus. Über die Mumie Anna Catharina Bischoffs wussten die Wissenschaftler zunächst nichts.

Für Gerhard Hotz vom Naturhistorischen Museum Basel ist die Mumie eine wissenschaftliche Sensation. Es sei das erste Mal, dass Ahnenforscher und Molekulargenetiker eine Person quasi von Null auf identifiziert haben, so Hotz.

Beinahe kriminalistisch mutet die Arbeit der Wissenschaftler an. Der Grund des Todes von Bischoff war aber eher unspektakulär. Sie ist nach Erkenntnissen der Wissenschaftler von der Syphilis geschwächt in Basel gestorben.