Basler: "Pokern ist wie Elfmeterschießen"

Sebastian Mittag
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Hannovers Trainer Andre Breitenreiter hat seinen Spieler zuletzt das Rauchen erlaubt. Früher war das keine Seltenheit. SPORT1 zeigt berühmte Vorgänger

Alle Pokerspieler träumen davon, zumindest ein Mal an der World Series of Poker in Las Vegas teilzunehmen.

Für die meisten bleibt es ein Traum. Mario Basler dagegen hat bei seinem ersten Abenteuer bei der Poker-WM gleich für eine kleine Sensation gesorgt.

Der frühere Fußballstar zeigte beim prestigeträchtigen Main Event des Turniers eine starke Leistung: Unter 7221 Teilnehmern landete Basler auf Platz 789 - also unter den besten elf Prozent eines Feldes gespickt mit Profis und ehemaligen Weltmeistern.

Nach seiner Rückkehr aus Las Vegas sprach Basler mit SPORT1 über seinen erfolgreichen Ausflug in die große Pokerwelt.

Mit dem guten Abschneiden habe er selbst nicht gerechnet: "Da ist man natürlich erst einmal überrascht. Ich habe das erste Mal bei einem so großen Turnier mitgespielt. Bei 7200 Menschen ist es nicht so schlecht, unter die besten 800 zu kommen", berichtete der Ex-Bayern-Star: "Es war anstrengend, aber schön."

Party fällt aus

Das Eintrittsgeld beim Main Event beträgt 10.000 Dollar, Basler machte daraus 17.243 Dollar.

Und wie feierte der 48-Jährige seinen Triumph in der Zocker-Metropole? "Gar nicht! Drei Stunden nachdem ich ausgeschieden bin, bin ich nach Hause geflogen", erklärte Basler.


Die Anspannung im Haifischbecken Las Vegas vergleicht er mit seinen Erfahrungen in den großen Fußballstadien: "Es ist ein bisschen so, wie wenn du im Elfmeterschießen den letzten und entscheidenden Elfmeter schießen musst. Da ist die Anspannung natürlich sehr stark. Und das ist beim Poker nicht anders."

Acht Millionen für den Gewinner

Für Entspannung sorgte die eine oder andere Zigarette zwischendurch: "Das ist ja entspannt da", sagte Basler: "Man kann ja zu jeder Zeit rausgehen und muss nicht Stunden lang sitzen bleiben ohne zu rauchen. Das ist überhaupt kein Problem."


Der Gewinner im Main Event bekommt ein edelsteinbesetztes Weltmeister-Armband - und über acht Millionen Dollar Preisgeld.

Basler beteuerte aber, nie an den ganz großen Wurf gedacht zu haben: "Nein, darüber das Turnier zu gewinnen, habe ich mir die wenigsten Gedanken gemacht. Keiner hat überhaupt damit gerechnet, dass ich so weit komme. Ich selbst auch nicht."

"Spiele relativ selten Poker"

Er sieht sich weiterhin als Hobbyspieler: "Ich habe überhaupt keine Erfahrung. Das macht es ja noch verwunderlicher. Ich spiele ja relativ selten Poker."


Trotz seiner starken Performance will Basler nun aber nicht Vollzeit-Poker-Profi werden: "Ich werde für meine Werbepartner sicherlich drei, vier Turniere im Jahr spielen. Aber das wird jetzt nicht wöchentlich stattfinden", stellt er klar.

Im Fußball war der SPORT1-Experte zuletzt Geschäftsführer Sport des Oberligisten 1. FC Lokomotive Leipzig, davor Trainer bei Rot-Weiß Oberhausen.

Statt am Pokertisch wird man den früheren Nationalspieler auch in Zukunft weiter regelmäßig im Fantalk auf SPORT1 sehen - und möglicherweise bald wieder auf der Trainerbank: "Für mich ist alles vorstellbar. Wenn ein vernünftiges Angebot kommt im Management oder als Trainer, dann würde ich das machen", kündigte Basler an: "Ich bin aber völlig entspannt und sitze nicht zuhause und warte bis jemand anruft."