Der Chemiekonzern hat ein starkes Jahr abgeliefert. Vor allem das Geschäft mit Basischemikalien boomt. Wie Vorstandschef Bock nachlegen will.

Der Chemiekonzern hat ein starkes Jahr abgeliefert. Vor allem das Geschäft mit Basischemikalien boomt. Wie Vorstandschef Bock nachlegen will.

Die BASF, Deutschlands führender Chemiekonzern, hat am Dienstagmorgen seine Bilanz für 2017 vorgelegt. Die wichtigsten Fakten:

  • Das Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen verbesserte sich im vierten Quartal um 58 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro und im Gesamtjahr um 32 Prozent auf 8,33 Milliarden Euro. Das ist der zweithöchste Wert der Firmengeschichte.
  • Der Nettogewinn stieg 2017 um 50 Prozent auf 6,08 Milliarden Euro – das ist das zweitbeste Ergebnis der Firmengeschichte.
  • Der Umsatz stieg 2017 um 12 Prozent auf 64,5 Milliarden Euro.
  • Der Ausblick für 2018 fällt moderat zuversichtlich aus: „In diesem Umfeld wollen wir weiter profitabel wachsen und den Umsatz sowie das Ebit vor Sondereinflüssen der BASF-Gruppe leicht steigern“, sagte BASF-Chef Kurt Bock.

Das fällt positiv auf

Das Konzernsegment Chemikalien, in dem die BASF ihr Geschäft mit Petrochemikalien und anderen Grundprodukten zusammengefasst hat, war mit einem auf 4,2 Milliarden Euro verdoppelten Betriebsergebnis der entscheidende Treiber des starken Ergebnisses.


Die Sparte profitierte trotz Verzögerungen und Ausfällen bei einer großen Produktionsanlage in Ludwigshafen von steigenden Absatzmengen und höheren Margen, insbesondere bei Kunststoff-Vorprodukten wie TDI und MDI, den entscheidenden Bausteinen für Polyurethan-Kunststoffe.

Auch im Öl- und Gas-Geschäft konnte der Konzern nach dem schwachen Vorjahresergebnis seine Erträge wieder kräftig verbessern – von 517 auf 793 Millionen Euro. Hierzu trugen vor allem höhere Öl- und Gaspreise bei.

Sehr stark war auch die Entwicklung des Free Cashflows, also der Barreserven des Konzerns. Dieser verbesserte sich um gut ein Drittel auf 4,8 Milliarden Euro. So viel Liquidität hat BASF noch nie im operativen Geschäft erwirtschaftet.


Das fällt negativ auf

Die Konzernbereiche Performance Produkte und Funktionslösungen, in denen die BASF eine Vielzahl von höher veredelten Chemieprodukten gebündelt hat, verbuchten trotz höherer Umsätze Gewinnrückgänge. Grund waren vor allem gestiegene Rohstoffpreise, die man nicht voll an die eigenen Kunden weitergeben konnte.

Bei Performance-Produkten (Vitamine, Pigmente, Nahrungszusätze etc.) sank das operative Ergebnis um 20 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Bei Funktionsmaterialien und Lösungen (Kunststoffe, Farben, Katalysatoren) lag das operative Ergebnis mit 1,6 Milliarden Euro um 17 Prozent unter Vorjahresniveau. Vor allem im vierten Quartal schnitten beide Sparten sehr schwach ab.

Was jetzt passiert

Der Ludwigshafener Chemiekonzern ist gut gerüstet für einen weiteren Ausbau seiner Aktivitäten. Er wird auch nach der Übernahme von Teilen des Saatgutgeschäfts von Bayer, die für das erste Halbjahr geplant ist, noch über soliden finanziellen Spielraum für weitere Zukäufe verfügen – zumal auch der Rückzug aus dem Öl- und Gasgeschäft geplant ist.

Zum Gewinnwachstum im laufenden Jahr sollen nun vor allem die Sparten Performance-Produkte und Funktionsmaterialien beitragen. Auch für Öl- und Gas erwartet die BASF weitere Verbesserungen. Im Chemikalien-Segment dürfte es dagegen schwierig werden, die sehr hohen Margen zu halten.