BASF schlägt trotz des starken Euros die Konkurrenz


BASF hat am Freitagmorgen seine Quartalszahlen vorgelegt. Die wichtigsten Resultate:

  • Der Chemieriese hat sein operatives Ergebnis noch leicht gegenüber dem hohen Vorjahresniveau verbessert.
  • Der Umsatz sank trotz negativer Währungseffekte von acht Prozentpunkten nur um ein Prozent auf 16,6 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis stieg um drei Prozent auf 2,52 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenerwartungen. Auch das bereinigte Ebit legte leicht auf 2,5 Milliarden Euro zu.
  • Der Ludwigshafener Konzern entwickelte sich damit besser als Konkurrenten wie Dow-Dupont, Akzo oder Solvay, die durchweg Gewinnrückgänge verbuchten. Nur der Kunststoff-Spezialist Covestro legte noch deutlich stärker zu.
  • Für das Gesamtjahr bleibt BASF bei den bisherigen Prognosen: Der Umsatz soll danach leicht steigen, ebenso wie das bereinigte Betriebsergebnis. Unterstellt wird dabei ein Dollarkurs von durchschnittlich 1,20 je Euro.

Das fällt positiv auf

Die Sparte Chemicals, in der BASF das Geschäft mit Basisprodukten und Grundbausteinen für Kunststoffe zusammengefasst hat, ist weiterhin wichtigster Gewinnmotor. Sie konnte ihren bereinigten Betriebsgewinn um 18 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro steigern und profitierte dabei von kräftigen Preissteigerungen und drei Prozent Absatzwachstum.


Im Öl- und Gasgeschäft konnte BASF dank einer kräftigen Produktionssteigerung und höherer Preise das bereinigte Ergebnis von niedrigem Niveau aus auf 365 Millionen Euro verbessern.

Der operative Cashflow legte um die Hälfte auf 1,2 Milliarden Euro zu. Nach Sachinvestitionen verblieb ein Free-Cashflow von 600 Millionen Euro, fast zehnmal so viel wie im Vorjahr.

Das fällt negativ auf

In den drei Konzernsegmenten mit höherwertigen Chemieprodukten, die zusammen etwa zwei Drittel des BASF-Geschäfts repräsentieren, sind die Erträge durchweg rückläufig. Performance-Produkte (Vitamine, Pigmente, Nahrungszusätze etc. ) büßten neun Prozent ein, Funktionsmaterialien (Lacke, Kunststoffe, Katalysatoren) rund ein Drittel. Im Agrochemiegeschäft sank der operative Gewinn um 21 Prozent.

Was jetzt passiert

Für den neuen Konzernchef Martin Brudermüller, der mit Ablauf der heutigen Hauptversammlung die Nachfolge von Kurt Bock antritt, wird es nun darauf ankommen, die Ertragsentwicklung wieder etwas stärker ins Gleichgewicht zu bringen.

Wichtig wird es dabei auch sein, die geplanten Zukäufe gut zu integrieren. BASF will die Bayer-Saatgut-Aktivitäten und die Polyamid-Sparte von Solvay übernehmen. Sie kosten zusammen gut neun Milliarden Euro. Sie werden das Chemiegeschäft des Konzerns um rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz und etwa 750 Millionen Euro Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda) verstärken.