BASF kauft von Bayer: Guter Deal – dauert aber noch

Um die Auflagen für die Übernahme von Monsanto zu erfüllen, verkauft Bayer Teile seines Agrargeschäfts an BASF. Für die Mitarbeiter scheint das eine gute Lösung zu sein. Doch bis zum Vollzug des Deals wird es dauern.


Zu stark würden Bayer und Monsanto bei bestimmten Saatgutsorten und bei Unkrautvernichtern den weltweiten Wettbewerb beherrschen, befanden die Kartellbehörden in aller Welt bereits vor einigen Monaten. Die Folge: Um Monsanto übernehmen zu können, muss sich Bayer von Teilen seines Geschäftes trennen. Jetzt melden die Leverkusener Vollzug. Für 5,9 Milliarden Euro verkauft Bayer Unkrautvernichter und Teile seines Saatgut-Geschäfts an die BASF – und hofft so, die erforderlichen Genehmigungen der Wettbewerbshüter für die Übernahme zu erhalten.

Die Geschäfte, die Bayer nun abgibt, erzielten insgesamt einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und beschäftigen 1800 Mitarbeiter vor allem in den USA, Deutschland, Brasilien, Kanada und Belgien. In Deutschland dürften Standorte in Hürth-Knapsack bei Köln und Frankfurt betroffen sein.

Mit dem Deal steigt BASF nun auch ins Saatgut-Geschäft ein. Bislang betrieben die Ludwigshafener zwar ein eigenes Landwirtschaftsgeschäft, setzten dabei aber vor allem auf Pflanzenschutzmittel.




Viele Arbeitnehmervertreter sind mit der Vereinbarung durchaus zufrieden. Die BASF galt durchaus als Favorit von Betriebsräten und Gewerkschaftern, da sich die Unternehmenskulturen der beiden Hersteller ähneln. Er sei sehr froh, dass Bayer einen Käufer gewählt habe, der „großen Wert auf Sozialpartnerschaft legt und bei dem die Beschäftigten einen hohen Stellenwert haben“, sagte Oliver Zühlke, der Gesamtbetriebsrats-Chef von Bayer. Bei einem Verkauf in die USA oder an Finanzinvestoren hätten viele Arbeitnehmervertreter womöglich ein mulmigeres Gefühl gehabt.

Die BASF verpflichtete sich, die Arbeitsplätze der unbefristet beschäftigten Mitarbeiter für mindestens drei Jahre zu erhalten. Auch mittelfristig scheinen die Perspektiven nicht schlecht. Die BASF verfügt bislang über keine eigene Kompetenz im Saatgut-Geschäft – die Mitarbeiter müssen da folglich nicht fürchten, dass Aktivitäten zusammengelegt werden.

Zuerst müssen die Wettbewerbshüter zustimmen

Allerdings kann der Verkauf an BASF erst dann über die Bühne gehen, wenn die Übernahme von Monsanto von den Wettbewerbsbehörden genehmigt ist. Und das kann noch dauern. Die optimistischen Prognosen des Bayer-Managements, den Monsanto-Kauf bis zum Jahresende abschließen zu können, haben sich jedenfalls nicht erfüllt. Jetzt soll es Anfang 2018 werden.




Der zunächst genannte Termin 22. Januar verschiebt sich allerdings auch weiter nach hinten, da die EU-Kommission noch jede Menge Fragen zur geplanten Monsanto-Übernahme hat – etwa dazu, wie sich der  Zusammenschluss  auf die Innovationskraft der Unternehmen und der Branche auswirkt. Möglicherweise fordert etwa die EU-Wettbewerbsbehörde auch noch weitere Verkäufe von Bayer.

An der Börse kam der aktuelle Deal zumindest gut an – zumindest für Bayer: Die Bayer-Aktie stieg am Vormittag um mehr als ein Prozent, während der BASF-Kurs leicht absackte.