BASF kämpft mit schwachen Renditen in der Spezialchemie

Der Chemieriese steigert sein operatives Ergebnis um fünf Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Analysten hatten allerdings mehr erwartet.


Der Chemieriese BASF hat am Freitag seine Zahlen für das zweite Quartal 2018 vorgelegt. Der Ludwigshafener Konzern verbuchte leichte Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis. Das sind die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um drei Prozent auf 16,8 Milliarden Euro, bedingt vor allem durch steigende Absatzmengen und höhere Preise. Dem standen jedoch negative Währungseinflüsse von sechs Prozent gegenüber.
  • Der Betriebsgewinn (Ebit) stieg um fünf Prozent auf knapp 2,3 Milliarden Euro. Vor Sondereinflüssen kletterte er um ebenfalls fünf Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. Unterm Strich hat der Konzern mit knapp 1,5 Milliarden Euro Nettogewinn den Vorjahreswert knapp verfehlt.
  • Für das gesamte erste Halbjahr weist der Konzern eine Steigerung des Ebit vor Sondereffekten um drei Prozent auf 4,9 Milliarden Euro sowie einen nahezu stabilen Nettogewinn von knapp 3,2 Milliarden Euro aus.
  • Der Umsatz des Konzerns hat sich damit etwas besser entwickelt als erwartet. Beim Betriebsgewinn und beim Nettogewinn hat die BASF dagegen die Analystenerwartungen leicht verfehlt.
  • Ihren Ausblick für das Gesamtjahr hat die BASF bekräftigt. Der Chemiekonzern rechnet danach weiter mit einem leichten Umsatzwachstum und einer leichten Steigerung des Ebit vor Sondereinflüssen sowie einem leichten Rückgang des Betriebsgewinns inklusive Sondereffekte.
  • Der neue Firmenchef Martin Brudermüller verweist dabei auf erhöhte weltwirtschaftliche und geopolitische Risiken. Insgesamt legt der Konzern für seine Prognose aber die gleichen Konjunkturerwartungen zugrunde wie bisher. Nur die Schätzung für den durchschnittlichen Ölpreis im Gesamtjahr hat er leicht angehoben.

Das fällt positiv auf

Gutes Ergebnis bei Öl und Gas: Der Bereich mit der Energietochter Wintershall konnte dank steigender Ölpreise seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal auf 391 Millionen Euro steigern und damit mehr als verdoppeln. Maßgeblicher Gewinnbringer der BASF bleibt weiter das Segment Chemikalien, das die Produktion von Basisprodukten umfasst. Es konnte seine sehr hohe Ertragskraft mit einem Ebit von knapp 1,1 Milliarden Euro (minus vier Prozent) nahezu halten.

Das fällt negativ auf

Schwache Renditen im „Downstream“-Geschäft: Die Sparten der BASF, die das Geschäft mit höher veredelten Chemieprodukten umfassen, tun sich weiterhin schwer, ihre Margen zu verbessern. Der Bereich Performance-Produkte (Vitamine, Kosmetikvorprodukte, Pigmente) konnte sein Ebit nur um ein Prozent verbessern. Die Sparte Funktionsmaterialien (Farben, Kunststoffe, Katalysatoren) verbuchte einen Ergebnisrückgang von 20 Prozent, den der Konzern vor allem mit höheren Fixkosten und Rohstoffkosten begründet.

Der operative Cashflow hat sich nach dem starken ersten Quartal um ein Viertel abgeschwächt. Der Free-Cashflow lag im zweiten Quartal mit 1,4 Milliarden Euro sogar um ein Drittel unter Vorjahresniveau.

Was jetzt passiert

Die zentrale Herausforderung für den neuen BASF-Chef besteht weiter darin, das Spezialchemiegeschäft des Konzerns auf ein höheres Renditeniveau zu hieven. Denn die aktuellen Spitzenerträge im eher zyklischen Chemikaliengeschäft werden auf Dauer kaum zu halten sein.


Darüber hinaus dürfte in Kürze die Integration der zugekauften Saatgut- und Pflanzenschutzaktivitäten von Bayer sowie des Polyamidgeschäfts von Solvay anstehen. Den Abschluss der Transaktion mit dem Bayer-Konzern, von dem BASF für 7,6 Milliarden Euro Teile des Agrochemiegeschäfts übernommen hat, wird für August erwartet.

Darüber hinaus stehen weitere strukturelle Veränderungen an. Dazu gehört der geplante Zusammenschluss des Papierchemie-Geschäfts mit dem Spezialchemiehersteller Solenis und die Fusion von Wintershall mit Dea. Auch die jüngst verkündeten Pläne für einen neuen, mehr als acht Milliarden Euro teuren Verbundstandort in China dürften den BASF-Vorstand in den nächsten Monaten und Jahren intensiv beschäftigen.