BASF: Der Gewinner des Bayer-Monsanto-Deals?

Thorsten Küfner
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BASF: Der Gewinner des Bayer-Monsanto-Deals?

Sollten die zuständigen Kartellbehörden Bayer erlauben, den US-Saatgutriesen Monsanto übernehmen zu dürfen, könnte BASF der große Gewinner werden. Den neben dem bereits vereinbarten Kauf von Bayers Saatgutsparte könnte der Ludwigshafener Chemiekonzern auch noch bei zwei anderen Bereichen zum Zug kommen.

So darf BASF der Nachrichtenagentur Reuters zufolge exklusiv die Bücher von Bayers Sparte für Gemüsesaatgut prüfen. Es ist zwar durchaus möglich, dass dies später auch noch anderen Bietern gestattet wird, ist aber grundsätzlich ein Zeichen dafür, dass BASF gute Chancen hat, erneut den Zuschlag zu erhalten. Die Sparte, die aktuell rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt und unter dem Namen Nunhems für 25 verschiedene Gemüsekulturen vertreibt, wird Insidern zufolge mit 1,5 Milliarden Euro bewertet.

Nachdem BASF bereits im Oktober den Kauf von Bayers Agrarsparte Liberty für 5,9 Milliarden Euro ausgehandelt hat, könnte der DAX-Konzern im Idealfall also aus dem Stand für gerade einmal 7,4 Milliarden Euro ein eigens Saatgutgeschäft aufgebaut haben. Dies wäre eine Bestätigung des besonnenen Vorgehens der BASF-Führung, die noch im Zuge der drei großen Übernahmen und Fusionen (Bayer-Monsanto, ChemChina-Syngenta und DuPont-Dow Chemical) von vielen Experten stark kritisiert worden war.

Eintritt in wichtigen Zukunftsmarkt
Gewissermaßen als Krönung hat BASF zudem noch die Chancen, in einem weiteren in Zukunft wohl sehr bedeutenden Gebiet Fuß zu fassen. So wollen einige Kartellbehörden Bayer auferlegen, einem weiteren Konkurrenten Zugang zur Digital-Farming-Plattform zu verschaffen. Denn Monsanto ist bereits sehr weit bei der Entwicklung einer Art Betriebssoftware für Landwirte. Demnach könnte eine spezielle Software die Bauern beim punktgenauen Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmittel und Wasser unterstützen beziehungsweise sogar selbst die Entscheidungen treffen, Bestellungen übernehmen.

 

Es läuft einfach rund
Die florierende Weltkonjunktur, Ölpreise von rund 60 Dollar und gute Chancen auf weitere strategisch sinnvolle Zukäufe – es könnte sicherlich weitaus schlechter laufen für BASF: Dass die Aktie im Zuge der aktuelle schwachen Marktverfassung dennoch eher schwach läuft, sollte investierte Anleger nicht beunruhigen. Sie können dabeibleiben und ihr Investment mit einem Stopp bei 75,00 Euro absichern. Noch nicht investierte Anleger sollten indes eine Aufhellung des mittlerweile wieder etwas angeschlagenen Charts ab warten.