BASF & Allianz: Sind diese 2 DAX-Aktien jetzt noch attraktive Dividendenperlen?!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Die Dividendensaison in unserem heimischen Leitindex wird in diesem Jahr ebenfalls etwas kürzer ausfallen. Einerseits, weil einige Unternehmen ihre Ausschüttungen zumindest verschoben haben. Andererseits jedoch auch, weil Kürzungen und Streichungen auf der Tagesordnung stehen.

Zwei Aktien, die jetzt jedoch zumindest ihre Ausschüttungen noch stabil halten, sind dabei die von BASF (WKN: BASF11) und der Allianz (WKN: 840400). Der Münchener Versicherer hat seine Dividende inzwischen sogar bereits ausgezahlt, der Chemiekonzern wird diesem Beispiel noch folgen.

Aber unabhängig von der Zahlung der diesjährigen Dividenden: Sind diese beiden Aktien jetzt überhaupt noch attraktive Dividendenperlen? Eine spannende Frage, die wir mit Blick auf Historie und weitere Aussichten jetzt einmal etwas näher beleuchten wollen.

Allianz-Aktie: Reicht der Sicherheitspuffer?

Grundsätzlich, rein von der fundamentalen Bewertung her, gehört die Aktie der Allianz definitiv noch zu den attraktiveren Dividendenaktien des DAX. Zehn Jahre stetige und oftmals moderat erhöhte Dividenden haben hier zuletzt zu einer Dividende von 9,60 Euro je Aktie geführt. Die wiederum bei einem derzeitigen Aktienkursniveau von 157,18 Euro (08.05.2020, maßgeblich für alle Kurse) einer Dividendenrendite von 6,10 % entsprechen würden. Ein Wert, der durchaus als preiswert angesehen werden kann.

Der 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 18,90 Euro und das daraus resultierende Ausschüttungsverhältnis von knapp über 50 % sind dabei eine solide Basis, die weitere Konstanz verspricht. Zudem besagt hier die Dividendenpolitik, dass die eigenen Ausschüttungen stets konstant gehalten werden sollen. Und das auch in schwierigen Jahren, wobei von einer Ausschüttungsquote von geplanten 50 % gemessen am Gewinn teilweise auch abgerückt werden kann. Die eigentliche Frage ist und bleibt daher: Inwieweit wird sich das Coronavirus jetzt auswirken?

Fest steht jedenfalls: Das Geschäftsjahr 2020 wird kein Rekordjahr. Fest steht ebenfalls, dass das Management zwar mit einem Ergebniseinbruch rechnet. Jedoch auch noch keine Prognose für das schwierige Gesamtjahr abgegeben hat. Doch selbst wenn es, wie derzeit diskutiert wird, lediglich ein operatives Ergebnis im mittleren bis höheren, einstelligen Milliardenbereich gäbe, so wäre die Dividende zumindest ausreichend vom Gewinn gedeckt. Eine Perspektive, die zufriedenstellend sein könnte. Zumal das Geschäftsjahr 2020 als Ausnahme angesehen werden kann.

BASF: Wird es langsam knapp?

Eine zweite Aktie, die zumindest in diesem Jahr weiterhin stabil ausschütten wird, ist die von DAX-Chemiekonzern BASF. Die Ludwigshafener wollen dabei eine Dividende in Höhe von 3,30 Euro je Aktie an die Investoren auszahlen. Bei einem aktuellen Aktienkursniveau von 46,20 Euro entspräche das einer Dividendenrendite von 7,14 %. Ein ziemlich interessanter und zugleich ebenfalls attraktiver, weil günstig wirkender Wert.

BASF klammert sich dabei inzwischen an die eigene Dividendenpolitik. Die diesjährige Ausschüttung ist erneut um 0,10 Euro je Aktie moderat erhöht worden, so wie es hier festgeschrieben worden ist. Auch künftig soll es demnach mindestens Ausschüttungen stets auf Vorjahresniveau geben. Die 3,30 Euro je Aktie an Dividende werden daher zwangsläufig eine Messlatte für künftige Zahlungen sein.

Dabei könnte es jedoch inzwischen knapp werden. Im letzten Geschäftsjahr 2019 kam BASF so beispielsweise auf einen Gewinn je Aktie in Höhe von 2,98 Euro, wodurch ein Teil der Dividende bereits aus der Substanz gezahlt werden muss.

Dieses Geschäftsjahr steht dabei erneut unter operativ schwierigen Vorzeichen. Durch das Coronavirus steht teilweise die Produktion still und es ist schwierig, welche Auswirkungen das im Endeffekt haben wird. Keine Frage: Die Dividende von BASF könnte daher operativ von einer Kürzung bedroht werden. Wobei es abzuwarten gilt, inwieweit das Management erneut die Konstanz der Ausschüttungen auch für die kommenden Jahre betonen wird.

Keine Entscheidung, aber …

Es ist zwar heute keine Entscheidung, aber sofern ich mich zwischen diesen beiden DAX-Aktien rein dividendentechnisch entscheiden müsste, fiele meine Wahl auf die der Allianz. Hier scheint das Ausschüttungsfundament solider und nachhaltiger zu sein, während BASF zumindest kurzfristig noch immer am Limit der eigenen Dividende ist.

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Vincent besitzt Aktien der Allianz und von BASF. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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