Barrick-Tochter: Minen droht das Aus

DER AKTIONÄR
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Barrick-Tochter: Minen droht das Aus

Wie geht es weiter mit der Barrick-Tochter Acacia Mining? Die drei Minen des in Tansania tätigen Goldproduzenten können nach Konzernangaben nur dann weiter betrieben werden, wenn das Export-Verbot bis Ende des dritten Quartals aufgehoben wird. Sollte dies nicht passieren, müssen Arbeitsplätze auf der Bulyanhulu Mine gestrichen werden.

Anfang März dieses Jahres verhängte die tansanische Regierung ein Exportverbot auf Gold und Kupfer. Seitdem verlor die Acacia-Aktie über 70 Prozent. Seit dem Tief konnte sich der Kurs zwar erholen, aber nur sehr zaghaft. Aktuell notiert die Aktie knapp über der 2-Euro-Marke. Zur Erinnerung: Die tansanische Regierung verlangt von Acacia Mining 190 Milliarden Dollar an Steuernachzahlungen und Strafzahlungen.

Aufgrund der exorbitanten Höhe der Forderung, kann man davon ausgehen, dass die Regierung Tansanias andere Ziele verfolgt, als Acacia Mining wirklich so viel Geld abzuknöpfen. Das Unternehmen wird niemals in der Lage sein, eine solche Summe abzubezahlen. Selbst die nahezu parabolisch ansteigenden Bitcoins, haben zusammen „nur“ einen Wert von etwas über 95 Milliarden Dollar. Wäre Acacia Mining also im Besitz aller Bitcoins, könnte man eine Hälfte der Forderung begleichen. Anhand dieses Beispiels wird die Absurdität dieser Forderung deutlich.

Nachdem Barrick Gold zirka zwei Drittel der Anteile an Acacia Mining hält und deutlich zahlungskräftiger ist, war es wohl das Ziel die Verhandlungen mit Barrick zu führen, welche derzeit auch im Gange sind. Nachdem 95 Prozent der Arbeiter auf den Minen tansanische Staatsbürger sind, kann es nicht der Wunsch einer Regierung sein, knapp 30.000 Arbeitsplätze zu vernichten, die mit den Aktivitäten der Mine zusammenhängen. Dieses Szenario wäre wohl auch das Ende der Regierung.

Vom Regen in die Traufe

Der bisherige Umsatzausfall wird auf 265 Millionen Dollar geschätzt. Die prognostizierte Goldproduktion für 2017 wurde um 100.000 Unzen, auf 750.000 bis 800.000 Unzen gesenkt. Sollte in naher Zukunft die Exportsperre aufgehoben werden, rechnet Acacia erst Anfang 2018 wieder damit, schwarze Zahlen ausweisen zu können. Um eine negative Überraschung seitens des Goldpreises zu vermeiden, kaufte Acacia Mining eine Option, die dem Unternehmen in den nächsten sechs Monaten einen festgeschriebenen Verkaufspreis für insgesamt 210.000 Unzen garantiert. Jeden Monat werden 35.000 Unzen zu je 1.300 Dollar verkauft. Nachdem Acacia für den Jahresverlauf mit einem Goldpreis von 1.200 Dollar kalkuliert hat, hört sich das im ersten Moment sinnvoll an, allerdings hat der Goldpreis vor Kurzem bei 1.300 Dollar ein Kaufsignal generiert und daher ist die Wahrscheinlichkeit für einen steigenden Goldpreis höher, als für einen fallenden, beziehungsweise einen unter 1.300 Dollar. Da die Option 3,2 Millionen Dollar gekostet hat, beträgt der Nettoverkaufspreis nur 1.285 Dollar. Beim aktuellen Goldpreis hat Acacia mit dieser Option einen Umsatzausfall von 13,65 Millionen Dollar. Kapital, das man in der momentanen Situation durchaus brauchen könnte.

Die Probleme bei der Tochter Acacia lasten weiter auf dem Kurs von Barrick Gold. Dazu kommt: Hurrikan Irma zieht auf die Dominikanische Republik zu. Und dort musste Barrick ebenfalls eine Mine vorübergehend schließen. Die Aktie tut sich angesichts der Probleme weiterhin schwer. Es gibt sicherlich attraktivere Investments im Goldbereich.