Barrick Gold: Absoluter Irrsinn!

Markus Bußler
Vergessen Sie Barrick Gold: Diese Aktie hat 100 Prozent Potenzial

Die Aktie des weltgrößten Goldproduzenten Barrick Gold liegt stark unter Beschuss. Die Probleme kommen wieder einmal aus Tansania. Barrick hält nach wie vor über 60 Prozent an Acacia Mining. Und Acacia befindet sich in einem Streit mit der Regierung Tansanias. Der jüngste Schachzug der Regierung ist aberwitzig und hat Acacia rund 40 Prozent der Marktkapitalisierung in drei Tagen gekostet.

Worum geht es? Die Regierung Tansanias hat Acacia einen Steuerbescheid zukommen lassen, wonach Acacia 40 Milliarden Dollar (kein Schreibfehler) Steuern nachzahlen soll. Dazu gesellen sich laut der Nachrichtenagentur Bloomberg 150 Milliarden Dollar an Zinsen und Strafen. Angeblich soll Acacia zu geringe Exportumsätze ausgewiesen haben.

Unglaubliche Summe

Um das Ganze einmal ins Verhältnis zu setzen: Die 40 Milliarden Dollar, die Acacia nachzahlen soll, entsprechen dem zweifachen Steueraufkommen, das die fünf größten Goldunternehmen kombiniert seit dem Jahr 2000 gezahlt haben. Das jedenfalls hat ein Analyst von Investec Plc berechnet. Mit anderen Worten – und das darf man an dieser Stelle auch einmal schreiben – eine Irrsinnssumme jenseits von Gut und Böse.

Mit jedem Tag an dem Acacia kein Erz exportieren kann, verliert der Konzern nach eigenen Angaben eine Million Dollar an Umsätzen. Dazu hat sich der Cashbestand des Unternehmens von 318 Millionen auf 176 Millionen Dollar binnen eines Jahres reduziert. Die Flaggschiff-Mine Bulyanhulu soll Ende des Quartals geschlossen werden, wenn es keine Einigung gibt.

Dieses Schauspiel von Seiten der Regierung Tansanias dürfte ein klarer Wink mit dem Zaunpfahl an ausländische Investoren sein, das Land in Zukunft zu meiden. Mittelfristig schadet die Regierung mit diesem Vorgehen der eigenen Bevölkerung. Natürlich soll jedes Land etwas von den eigenen Bodenschätzen haben. Doch Investoren durch solch absurde Forderungen zu vertreiben, kann nicht im Interesse des Landes sein.