Bargeldlos ja – mobil nein


Das Handy ist aus dem Leben der Deutschen nicht mehr wegzudenken. Doch zum Bezahlen wird es kaum eingesetzt. „Nur drei Prozent der Girokontobesitzer nutzen eine Bezahlfunktion ihres Smartphones wie beispielsweise mittels Near Field Communication (NFC) oder einer App, die einen Bezahl-Code generiert“, heißt es in einer repräsentativen Forsa-Umfrage, die im Auftrag des Marktwächterteams der Verbraucherzentrale Sachsen durchgeführt wurde. „Trotz verbreiteter Nutzung bargeldloser Zahlungssysteme findet die verhältnismäßig neue Möglichkeit der Zahlung über Smartphones so gut wie keine Anwendung“, so Kerstin Schultz, Teamleiterin des Marktwächters Finanzen.
Gleichwohl steht das bargeldlose Bezahlen hoch im Kurs. Zwei Drittel der Befragten nutzen diese Möglichkeit: 16 Prozent zahlen mindestens einmal täglich, 33 Prozent mehrmals in der Woche mit Geld-, Giro- oder Kreditkarte.

Die Liebe der Deutschen zum Bargeld bleibt groß, der Geldautomat wird immer noch gern aufgesucht. Nach der Forsa-Umfrage gehen 38 Prozent der Girokontenbesitzer mindestens einmal in der Woche zum Automaten, um Geld abzuheben, 27 Prozent tun das alle zwei Wochen, 23 Prozent mindestens einmal im Monat. Auf 248 Euro summiert sich die durchschnittliche Abhebesumme pro Verfügung. Bei den bis 29jährigen liegt er bei 127 Euro, bei den über 70-Jährigen mit 339 Euro deutlich darüber. Andere Untersuchungen ergaben, dass Cash nur noch bei Beträgen bis zu zehn Euro das meistgenutzte Zahlungsmittel ist.


Angesichts der Bedeutung des Bargelds für Bundesbürger sehen Verbraucherschützer Abhebeentgelte sehr kritisch. „Fraglich sind aus unserer Sicht die Abhebeentgelte am Geldautomaten der Bank, bei der Verbraucher auch ihr Konto haben“, so Schultz vom Marktwächterteam. Der Verbraucherverband Bundeszentrale will gegen diese Entgelte juristisch vorgehen.