Dembele schmort weiter: "Keine Zeit für Experimente"

Kerry Hau, Sportinformationsdienst (SID)
Ousmane Dembele kam gegen den FC Chelsea nicht zum Einsatz

Erst schmorte er auf der Bank, dann wärmte er sich fast eine halbe Stunde lang auf - vergeblich. Ousmane Dembele erlebte beim 1:1 des FC Barcelona gegen den FC Chelsea einen weiteren Arbeitstag zum Vergessen.

Der Trainer des früheren Dortmunders wählte nach dem Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals eine plausible Begründung für dessen Nichtberücksichtigung.

"Wir befinden uns in einer entscheidenden Saisonphase. Ousmane war lange verletzt und als Trainer setzt man auf die Dinge, die man gut kennt. Es ist jetzt keine Zeit für Experimente", sagte Ernesto Valverde.

Während der 105-Millionen-Mann nach seinen zahlreichen Verletzungen weiterhin nicht in die Spur findet, könnte es für seine Teamkollegen kaum besser laufen.


Conte glaubt ans Weiterkommen

Der souveräne Tabellenführer der spanischen La Liga hat nach dem Remis an der Stamford Bridge im Rückspiel am 14. März im Camp Nou beste Chancen auf den Einzug in die Runde der besten Acht und darf damit weiter vom Triple träumen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Es war ein Spiel mit allen Zutaten. Ein intensives Champions-League-Spiel gegen ein großartiges Team. In diesem Wettbewerb ist jedes Spiel schwierig. Aber ich denke, das Rückspiel wird anders. Mit unseren Zuschauern und auf unserem Platz werden wir besser spielen", sagte Barca-Kapitän Andres Iniesta nach dem Abpfiff. (Die Stimmen zur Königsklasse)

"Meine Spieler können sehr stolz auf das sein, was sie heute geleistet haben. Wir haben gut gekämpft und ein unglückliches Gegentor kassiert", meinte Chelsea-Coach Antonio Conte bei BT Sport: "Aber noch ist alles offen. Es ist erst Halbzeit und wir glauben an unsere Chance." 

Messi beendet Chelsea-Fluch

Nach der Führung der Gastgeber durch Willian (62.) sorgte Lionel Messi (75.) mit seinem ersten Treffer im neunten Versuch gegen Chelsea für den Ausgleich. Dem Tor war ein kapitaler Abwehrfehler der Londoner vorausgegangen.

Vor 40.000 Zuschauern erspielten sich die Gäste um Superstar Messi nach wenigen Minuten ein optisches Übergewicht. Die beste Möglichkeit vor der Pause hatten die Katalanen durch Paulinho, der in der 16. Minute nach feiner Vorarbeit von Messi aber am Tor vorbei köpfte. (Die Torjäger der Champions League)

Weitere Chancen konnte sich der fünfmalige Champions-League-Sieger gegen die stabile Abwehr der Blues mit Nationalspieler Antonio Rüdiger aber im ersten Durchgang nicht erspielen.

Doppel-Alu von Willian

Das in der Meisterschaft abgeschlagene Chelsea beschränkte sich vor eigenem Publikum auf Konter, hatte aber vor der Pause die klar besseren Chancen. Der Brasilianer Willian scheiterte zunächst in der 34. Minute mit einem beherzten Distanzschuss am rechten Pfosten.

Der deutsche Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen wäre in dieser Szene genauso machtlos gewesen wie vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff, als erneut Willian das Aluminium auf der anderen Seite traf. (Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Im zweiten Durchgang gaben die Spanier zunächst den Ton an. Dem auffälligen argentinischen Torjäger Messi gelang aber trotz großen Einsatzes zunächst nicht sein ersehntes Tor gegen Chelsea, dessen Trainer Conte bereits gewaltig unter Druck steht.

Valverde: "Hatte die Kontrolle"

Luis Suarez vergab in der 53. Minute eine gute Gelegenheit für Barcelona, ehe Willian seine starke Leistung mit dem Treffer zum 1:0 krönte. Ter Stegen war chancenlos bei dem präzisen Schuss aus 18 Metern.

Eine Viertelstunde vor Schluss durfte dann Messi erstmals gegen Chelsea jubeln. Nach einem Fehler des früheren Gladbachers Andreas Christensen gelang Messi sein 98. Treffer in der Königsklasse, durch den er die Tür zum Viertelfinale weit aufstieß.

"Mir hat die Leistung meiner Mannschaft gefallen. Wir hatten die Kontrolle über das Spiel und bekamen das Gegentor in einem Moment, in dem wir am Drücker waren", sagte Barca-Trainer Valverde. "Zum Glück haben wir noch den Ausgleich erzielt." Auch ohne Bankdrücker Dembele.