Weitere Banken verpflichten sich zu mehr Klimaschutz

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Gruppe der Banken, die sich zu mehr Klimaschutz verpflichten, wächst. Ein Jahr, nachdem Geldhäuser aus verschiedenen Lagern eine entsprechende Selbstverpflichtung unterzeichnet haben, ist der Kreis der Unterstützer von 16 auf 19 gewachsen. "Außerdem befinden wir uns in konkreten Gesprächen mit weiteren Häusern, die einen Beitritt planen", sagte der Deutschland-Chef der Alternativ-Bank Triodos, Georg Schürmann, der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. "Auch wenn diese vielleicht nicht der Selbstverpflichtung beitreten, beobachten wir damit eine Bewegung in der Branche, dass sich mehr und mehr Häuser ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen."

Die Unterzeichner der von der Triodos Bank und dem WWF vorangetriebenen Initiative verpflichten sich, ihre Kredit- und Investmentportfolios im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Kern des Pariser Abkommens von 2015 ist die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau.

Bis spätestens Ende 2022 wollen die Geldhäuser gegenseitig akzeptierte Methoden zur Messung der Klimaauswirkungen ihrer jeweiligen Kredit- und Investmentbestände entwickeln und einführen. Zu den Erstunterzeichnern der Selbstverpflichtung gehörten unter anderen Deutsche Bank <DE0005140008>, Commerzbank <DE000CBK1001>, ING <NL0011821202> Deutschland, Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), GLS Bank, Umweltbank und Evangelische Bank. Neu hinzugekommen sind das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank, der Münchner Verein Versicherungsgruppe sowie das nordrhein-westfälische Regionalinstitut National-Bank.

Zum Thema Klimaschutz gibt es in der Finanzbranche mittlerweile zahlreiche Bemühungen. Im April dieses Jahres startete zum Beispiel die "Net-Zero Banking Alliance", in der Banken rund um den Globus anstreben, ihren Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) bestmöglich zu verringern. In Deutschland hatten die Sparkassen im vergangenen Jahr erklärt, sie wollten dazu beitragen, dass weniger CO2 ausgestoßen und insgesamt umweltbewusster gewirtschaftet werde.

Umwelt- und Klimaschützer bezweifeln regelmäßig, dass solche Selbstverpflichtungen ausreichen. Tatsächlich gebe es einige Initiativen, die "weniger konkret und ambitioniert" seien, bilanzierte Triodos-Deutschland-Chef Schürmann. "Der Unterschied ist in der Tat für Verbraucher nur schwer erkennbar. Hier besteht die Hoffnung, dass - auch mit Inkrafttreten von weiterer Regulierung - mehr Klarheit für Verbraucher geschaffen wird."

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