Banken: „Der Trend sieht nicht gut aus“

Sieben von zehn Banken rechnen mit steigendem Konkurrenzdruck. Niedrige Zinsen machen den Instituten weiter zu schaffen. Einige Institute gehen daher ins Risiko.

Deutsche Banken sehen sich möglichen Stressszenarien wohlgerüstet gegenüber. Schwierigkeiten erwarten die Finanzhäuser weiterhin wegen des anhaltend niedrigen Zinsumfeldes. Zudem bereitet ihnen die wachsende Konkurrenz durch andere Banken und Fintechs Sorgen. Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) sind die Ergebnisse einer aktuellen Erhebung der Deutschen Bundesbank und der Bafin.

Sie hatten 1.555 kleine und mittelgroße Banken sowie Sparkassen in Deutschland hinsichtlich ihrer Ertragskraft und Widerstandsfähigkeit analysiert. In die Berechnung floss zum einen die Ergebnislage auf Basis der Geschäftszahlen, Planungen und Prognosen einer Bank ein. Zum anderen wurden auf der Grundlage dieser Berechnungen verschiedene Zinsszenarien durchgespielt. Ausgenommen von der Erhebung waren Institute, die direkt unter EZB Aufsicht standen. Zusammen stehen die Finanzhäuser für knapp 40% der Bilanzsumme aller deutschen Banken.

Insgesamt hellen sich die Zukunftserwartungen bei den Kreditinstituten auf. Bis zum Jahr 2021 rechnen sie im Durchschnitt mit einem Rückgang der Gesamtkapitalrentabilität von 16%. Bei der letzten Befragung 2015 lag die Prognose noch bei einem Minus von 25%. Alexander Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, sieht das dennoch kritisch: „Der Trend sieht nicht gut aus“, so Dombret, in Summe rechne der Bankensektor in den kommenden Jahren mit kontinuierlich sinkenden Ergebnissen. 

Die Zinsausfälle bezifferte Dombret auf gut 3 Mrd. Euro. Diese würden die Banken bis 2021 allerdings überwiegend mit verbesserten Provisionserlösen wieder auffangen können. Dennoch stehe unter dem Strich ein Minus von gut 1 Mrd. Euro. Sollte es zu weiteren Zinssenkungen kommen, drohe den Instituten stärkere Einbußen. Dann sei ein Rückgang der Gesamtkapitalrentabilität um bis zu 60% wahrscheinlich.   

„Die Institute stehen unter Ergebnisdruck“, konstatierte der Bankexperte, „das könnte dazu führen, dass sie höhere Risiken eingehen“. Zwei Drittel der Institute planten mit einer sinkenden Gesamtkapitalquote. Rund ein Drittel rechne mit einer sinkenden harten Kernkapitalquote. „Die Institute dieser Gruppe, die immerhin 32% aller Teilnehmer ausmacht“, zeigte sich Dombret besorgt, „planen mit einer Ausweitung ihrer Bilanzsumme und ihrer Risiken“. Das seien Frühwarnsignale für eine erhöhte Risikobereitschaft der Kreditinstitute. 

Einfach wird es für die Banken nicht. Sieben von zehn befragten Banken gaben an, dass sie mit einer weiteren Verschärfung der Wettbewerbssituation auf dem hart umkämpften deutschen Bankenmarkt rechnen. Mehr als 80% rechnen für die kommenden Jahre mit einer verstärkten Konkurrenz durch Fintechs. Dass die Konsolidierung unter diesen Bedingungen weiter voran schreite, komme nicht sehr überraschend fasst Dombret zusammen, die Zahl der deutschen Kreditinstitute werde wohl auch in den kommenden Jahren weiter abnehmen.

Allerdings gebe es auch positive Nachrichten: Nur rund fünf Prozent aller befragten Banken würden unter Stress die aufsichtlichen Anforderungen nicht erfüllen können. 

 

Die Präsentation zur Umfrage finden Sie hier.

 

(DW)