Bankhaus Metzler einigt sich auf mindestens 20% Homeoffice

·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Beim Frankfurter Bankhaus Metzler dürfen die Mitarbeiter auch nach der Coronakrise zu mindestens 20% mobil oder im Homeoffice arbeiten, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Das geht aus einer Betriebsvereinbarung hervor. Wegen der Pandemie hatte Metzler vor etwas über einem Jahr nahezu alle Geschäftseinheiten für die Heimarbeit ausgestattet.

Zwar schätze das Bankhaus eine “Kultur der Anwesenheit”, sagte Metzler-Partner Mario Mattera in einem Interview mit Bloomberg. Dennoch werde die Arbeit im Homeoffice auch nach der Pandemie möglich sein.

Voraussetzung ist Mattera zufolge die doppelte Freiwilligkeit. Sowohl die Bank als auch der Arbeitnehmer müssten der Arbeit außerhalb der Bank zustimmen. Zudem sei es erforderlich, dass die konkrete Tätigkeit ein mobiles Arbeiten zulässt. “Nicht alles eignet sich fürs Homeoffice”, sagte Mattera weiter. “Ich denke da beispielsweise an handelsnahe Bereiche, bei denen es strenge regulatorische Vorgaben gibt.“

So wie Metzler überlegen derzeit viele deutsche Banken, wie sie das Homeoffice nach der Pandemie regeln wollen. Unter anderem haben Deutsche Bank AG und LBBW flexibleres Arbeiten in Aussicht gestellt. Die Gewerkschaft Verdi bemüht sich in den laufenden Tarifverhandlungen mit privaten und öffentlichen Banken, sogar ein Recht der Arbeitnehmer auf Heimarbeit mit der Branche auszuhandeln.

Weniger Reisen

Im Fall von Metzler wünscht sich Mattera keinen starren Automatismus bei der Nutzung des Homeoffice. „Ich plädiere für eine flexible oder anlassbezogene Heimarbeit”, sagte er. Zudem will er die Kollegen für mögliche Probleme stärker sensibilisieren: „Um die Sicherheit am mobilen Arbeitsplatz zu gewährleisten, werden wir auch auf Schulungen setzen – etwa zur Arbeit im Zug und wie man darauf achtet, dass einem niemand über die Schulter schaut”.

Im Kapitalmarktgeschäft von Metzler, das Mattera verantwortet, gibt es seit Beginn der Pandemie bis heute weitestgehend eine Anwesenheitsquote von nur 20% bis 30%. Wenn nun die gesetzlichen Vorgaben zum Arbeiten im Homeoffice auslaufen, will er die Anwesenheit wieder etwas hochfahren – solange die Infektionszahlen niedrig bleiben.

“Ich rechne aber damit, dass wir im Juli wieder bei einer Anwesenheitsquote von 50% liegen werden”, sagte Mattera. Ende vergangenen Jahres beschäftigte die Bank insgesamt 830 Mitarbeiter.

Auch Reisen zu Kunden werden Mattera zufolge wieder an Fahrt gewinnen. “Bei der Kundengewinnung ist der direkte Kundenkontakt sehr wichtig und nicht zu ersetzen”, sagte Mattera. Hier sieht er letztlich wieder ein Niveau wie vor dem Start der Coronakrise.

Deutlich weniger Reisen werde es hingegen zwischen den einzelnen Metzler-Standorten geben. Intern lässt sich Mattera zufolge vieles auch auf anderen Wegen gut erledigen. „Videokonferenzen haben sich als ausgezeichnetes Mittel erwiesen”, sagte er.

(Neu: Zitat Juli-Planungen, Mitarbeiterzahl im 7. Absatz)

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