Bank Intesa Sanpaolo einigt sich mit Gewerkschaften auf Streichung von 9000 Jobs

Die italienische Bank Intesa Sanpaolo, größte Privatkundenbank des Landes, hat sich mit den Gewerkschaften auf die Streichung von 9000 Stellen in den kommenden zweieinhalb Jahren geeinigt. Rund zehn Prozent der insgesamt 96.500 Beschäftigten werden damit bis Juni 2020 eingespart, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Damit will das Institut ab 2021 die jährlichen Kosten um 675 Millionen Euro drücken. Es würden aber auch 1500 neue Stellen geschaffen, betonte die Bank.

Sie hatte im Sommer zwei am Rande der Pleite stehende Banken für einen symbolischen Euro übernommen und vom Staat eine Finanzspritze von fünf Milliarden Euro bekommen. Damit soll sie etwa Abfindungen und die Eingliederung der Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza finanzieren. 600 von 960 Filialen will die Intesa Sanpaolo schließen.

Im vergangenen Jahr war deutlich geworden, dass Italiens Bankenbranche in einer ernsthaften Krise steckt. Zu den Gründen zählen der große Umfang fauler Kredite sowie die Zersplitterung der Branche: In Italien gibt es fast 700 Banken.

Der Chef der Großbank Unicredit, der Franzose Jean Pierre Mustier, sieht diese Krise als beendet an, wie er dem "Handelsblatt" vom Donnerstag sagte. Die Branche sei heute in einer viel besseren Verfassung als zuvor, weil es kein Systemrisiko mehr gebe.

Die italienische Regierung hatte insgesamt rund 20 Milliarden Euro für eine europaweit umstrittene staatliche Rettung mehrerer Geldhäuser bereitgestellt. Mustier verteidigte das: "Es gab ein systemisches Risiko für die Banken in Italien." Dieses Risiko sei durch das schnelle und entschiedene Eingreifen der Regierung beseitigt worden.

Auch der mehr als 200 Milliarden Euro schwere Berg an faulen Krediten in den Büchern der italienischen Banken sei verkraftbar, sagte Mustier. "Das Problem kann mit der Zeit abgearbeitet werden."