Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt vor "Teufelskreis" durch Zölle

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat davor gewarnt, dass sich Handelsstreitigkeiten in Gewalt entladen könnten. Es sei die "gemeinsame Pflicht" von Europa und China, der USA und Russlands, "keine Handelskriege zu beginnen"

Angesichts der sich zuspitzenden internationalen Handelsstreitigkeiten hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) vor einer Abwärtsspirale durch die Einführung von Zöllen gewarnt. "Wir könnten in einen Teufelskreis rutschen, in dem die Beziehung zwischen Ländern immer weiter verkompliziert wird", sagte BIZ-Chef Agustín Carstens am Sonntag dem "Handelsblatt".

Schon die Erwartung einer Eskalation des Protektionismus führe dazu, dass Investitionen in manchen Ländern sinken würden. In den vergangenen 20 Jahren seien komplizierte weltweite Wertschöpfungsketten entstanden, die sehr abhängig vom Handel mit halbfertigen Produkten seien, sagte Carstens der Zeitung.

"Wenn bestimmte Teile des Handels verzerrt werden, können sich die Auswirkungen vervielfachen", warnte der Chef der in Basel ansässigen BIZ, die auch als Zentralbank der Zentralbanken gilt. "Das hat schwere Konsequenzen für die Finanzierungsbedingungen und die wirtschaftliche Aktivität in vielen Ländern."

Die Europäische Union hatte erst am Freitag als Reaktion auf die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium Gegenzölle auf eine Reihe von US-Produkten in Kraft gesetzt. US-Präsident Donald Trump drohte daraufhin erneut mit höheren Zöllen auf Autos aus der EU - eine Maßnahme, die vor allem deutsche Unternehmen treffen würde.

Auch zwischen den USA und China hatte sich der Handelskonflikt zuletzt weiter zugespitzt, was rund um den Globus die Angst vor einem Konjunktureinbruch schürte. Trump führt als Argument für seine protektionistische Politik vor allem die hohen Handelsdefizite der USA mit anderen Ländern an.