Bangladeschs Hauptstadt schickt gestresste Bewohner in den "Zorn-Abbau-Park"

Bangladeschs Hauptstadt Dhaka hat am Sonntag der Errichtung eines besonderen Parks begonnen, in dem gestresste Großstadtbewohner ihren Frust ablassen können

Riesige Verkehrsstaus, schlechte Luft und Kleinkriminalität machen den Bewohnern von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka das Leben schwer. Doch bald gibt es Abhilfe: Am Sonntag begann die Stadt mit der Errichtung eines besonderen Parks, in dem gestresste Großstadtbewohner ihren Frust ablassen können. Die 15 Hektar große Grünfläche in der notorisch chaotischen Millionen-Metropole trägt den Namen "Goswa Nibaroni Park" - auf deutsch in etwa "Zorn-Abbau-Park".

Der Park greift die alte bengalische Tradition der "Zornhütten" auf, in die früher Dorfbewohner geschickt wurden, wenn sie sich abreagieren mussten. Die Hütten standen stets am nächst gelegenen Flussufer. "Solche Ideen sind längst verschwunden", sagte Bürgermeister Sayeed Khokon der Nachrichtenagentur AFP.

"Das Leben in der Stadt kann sehr stressig sein", fügte Khokon hinzu. "Stadtbewohner werden leicht Opfer von Angstgefühlen." Auch bei Beziehungsproblemen sei der Park ein guter Zufluchtsort: "Wenn man Stress mit der Ehefrau hat, kann man in den Park gehen und entspannen."

Nach der Fertigstellung in etwa einem Jahr sollen beruhigende Musik, ein See und Großbildleinwände auf ruhebedürftige Besucher warten. Davon dürfte es in Dhaka viele geben. In der schnell wachsenden Metropole sind viele Grünflächen in den vergangenen Jahren Neubauten zum Opfer gefallen. 15 Millionen Einwohner drängen sich in Dhaka, viele stehen täglich stundenlang im Stau, die Luft ist verpestet, es ist laut, und zur Regenzeit steht vieles unter Wasser.

Das Projekt löste in den sozialen Netzwerken eine Debatte aus. Kritiker äußerten die Befürchtung, dass der Park das Schicksal anderer Parks in Dhaka erleiden könnte: "Gute Initiative, bis es ein Paradies für Drogenhandel und Prostitution wird", schrieb ein Facebook-Nutzer.