Bangladesch übergibt Liste mit 8000 Rohingya-Namen an Myanmar

Rohingya-Flüchtlinge

Nach wochenlangen Verzögerungen haben sich die Pläne für die Rückkehr eines Teils der aus Myanmar nach Bangladesch geflohenen Rohingya konkretisiert. Bangladeschs Innenminister Asaduzzaman Khan übergab nach eigenen Angaben am Freitag eine Liste mit 8000 Namen von Angehörigen der muslimischen Minderheit an Myanmars Innenminister, General Kyaw Swe. Zuvor hatten sich Vertreter der beiden Staaten in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka zu Gesprächen getroffen.

"Wir haben heute eine Liste mit 8032 Menschen aus 1673 Familien übergeben", sagte Khan. Die Delegation aus Myanmar habe zugesagt, dass ihr Land mit der Rückführung beginnen werde. Zwar sei dafür kein fester Termin vereinbart worden. Die Vertreter Myanmars hätten aber ihre "Aufrichtigkeit" zum Ausdruck gebracht und von Vorbereitungen berichtet. Diskutiert wurde zudem über den Umgang mit etwa 6000 Rohingya-Flüchtlingen, die seit September im Niemandsland der Grenze zwischen den beiden Staaten gestrandet sind.

Bangladesch und Myanmar hatten sich im Januar darauf verständigt, dass rund 700.000 nach Bangladesch geflohene Rohingya binnen zwei Jahren in ihre Heimat zurückkehren sollen. Der für Januar vorgesehene Beginn der Rückführung hatte sich jedoch wegen fehlender Vorbereitungen und Protesten der Flüchtlinge verzögert. Insgesamt leben nach Jahren der Gewalt in ihrer Heimat laut Khan mehr als eine Million Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch.

Khan wies am Freitag darauf hin, dass immer noch Flüchtlinge nach Bangladesch kämen. Die Regierung Myanmar habe das eingeräumt und versprochen, sie würden "ihr Bestes" tun, um die Flucht "so schnell wie möglich" zu stoppen. Viele Neuankömmlinge berichten von anhaltender Gewalt in ihrer Heimat. Auch deshalb wollen viele Flüchtlinge nicht zurückkehren.

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt.