Bamberg warnt - droht auch der BBL die Bayern-Dominanz?

Christopher Mallmann

Nahezu jedes Wochenende bietet sich in der Fußball-Bundesliga das gleiche Bild. Der FC Bayern geht als Sieger vom Feld, in der Tabelle ist der Rekordmeister meilenweit voraus. Immer mehr Stimmen fordern eine Umgestaltung, manche gar eine Revolution des Systems. 

Playoffs stehen zur Debatte. Der einstige Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, Wolfgang Holzhäuser, gab Anfang des Jahres den Anstoß zu dieser Idee.

Eine Liga, die von diesem System schon Gebrauch macht, ist die BBL. 18 Teams spielen um die Teilnahme an den Playoffs, acht schaffen den Einzug in die Entscheidungsrunde. Auch hier dominieren die Bayern in dieser Saison, thronen einsam an der Spitze. (Tabelle der BBL)

Was das für die Playoffs bedeuten mag, wird sich zeigen. Alles ist offen. (Spielplan und Ergebnisse der Playoffs)

Bamberg: "Situation wie in Fußball-Bundesliga"

Wirklich offen? Einer wagt daran zu zweifeln.

"Derzeit gibt es eine Situation wie in der Fußball-Bundesliga, wo der Rest nur noch um den zweiten Platz kämpft", sagte Michael Stoschek, Aufsichtsratschef von Brose Bamberg, der Süddeutschen Zeitung. "Ob das dem Basketball gut tun würde, bezweifle ich."

Man nehme die Situation an. Ein "Wettrüsten" um jeden Preis werde es für seine Bamberger, die am Sonntag in den Playoffs die Telekom Baskets Bonn empfangen (ab 18.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), jedoch auf keinen Fall geben.

Die Bayern haben nach drei Bamberger Meisterschaften in Folge und insgesamt sieben Titeln in acht Jahren in großem Stil investiert. Diese Tatsache lässt Stoscheks Vergleich zum FC Bayern im Fußball auf den ersten Blick etwas sonderbar wirken.

Während besagter Meisterschaftsserie von drei Jahren stand Bamberg zweimal deutlich an der Spitze - 2015/16 und 2016/17. Allein in der Saison 2017/18 war Brose Zweiter, hinter Ratiopharm Ulm. Damals sprach niemand von Fußball-Verhältnissen.

Hoeneß: "Den Teufel tun"

Und selbst die Bayern, die in den Playoffs auf die FRAPORT Skyliners treffen (Samstag, ab 20.30 Uhr im LIVETICKER), wollen von einer künftigen Dominanz nichts wissen. "Ich werde den Teufel tun zu hoffen, dass wir für alle Zeiten vorneweg marschieren", sagte Präsident Uli Hoeneß der Süddeutschen Zeitung.

Was steckt dann hinter Stoscheks Aussagen? Neid, Angst, oder dienen sie dazu, das eigene Team, das sich in der Hauptrunde zwölf Pleiten leistete, wachzurütteln?

"Wir wollen die Bayern weiter herausfordern", sagte Stoschek. "Aber wir müssen realistisch bleiben. Der FC Bayern hat ganz andere Voraussetzungen."

Worte, die auch ein bisschen nach Understatement klingen. Die diesjährigen Playoffs werden erste Aufschlüsse geben, in welche Richtung sich die BBL entwickeln könnte.